Bitcoin-Absturz

China schickt Krypto-Währung auf Talfahrt Bitcoin auf Sechs-Monats-Tief

Stand: 22.11.2019, 13:06 Uhr

Die Talfahrt von Bitcoin geht weiter: Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verliert am Montag gut zwölf Prozent und ist mit 6.441,77 Dollar so billig wie zuletzt vor sechseinhalb Monaten. Grund ist die Ankündigung Chinas, härter gegen Kryptowährungen vorzugehen.

Bitcoin - das ist die älteste und bekannteste Kryptowährung. Einst von Anlegern in den Himmel gelobt, ist sie in den vergangenen Jahren immer wieder wegen ihrer starken Volatilität in Verruf geraten. Derzeit erleidet die Digitalwährung erneut starke Kursverluste.

Schon Ende der vergangenen Woche sackte der Bitcoin-Kurs massiv ab und unterschritt die technisch wichtige 7.000 Dollar-Marke. Auch nach dem Wochenende riss der Abwärtsstrudel nicht ab: Am Montag verlor die wichtigste Cyber-Devise weiter, um gut zwölf Prozent. Ein Bitcoin war im frühen Handel 6.441,77 Dollar wert und damit so billig, wie zuletzt vor sechseinhalb Monaten. Wie risikoreich die Investition in Bitcoins sein kann, zeigt der Chartverlauf der vergangenen Monate: Seit Juli sackte der Kurs um rund 50 Prozent ab.

Kampagne aus China bremst Bitcoin

Schuld an der jüngsten Talfahrt des Bitcoin ist eine neue Kampagne der chinesischen Notenbank. Diese will den Handel mit Digitalwährungen weiter einschränken und gegen illegale Aktivitäten rund um Kryptowährungen vorgehen. Zudem kündigte die People's Bank of China an, dass Kryptowährungen nicht mit der Blockchain-Technologie verwechselt werden sollen, die die Basis für Kryptowährungen bildet.

Marktbeobachter verweisen zudem auf technische Gründe. Demnach sei der Kurs der Digitalwährung unter die 200-Tage-Linie gefallen, die unter technischen Analysten als starkes Verkaufssignal gilt. Dies habe weitere Verkäufe am Markt ausgelöst und die Talfahrt des Bitcoin beschleunigt.

Krypto-Währung in China

Krypto-Währung in China. | Bildquelle: colourbox, Montage: boerse.ARD.de

Doppeldeutige Signale aus China?

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatte sich unlängst dafür ausgesprochen, die Entwicklung der Blockchain-Technologie voranzutreiben und in diese zu investieren. Damit hatte er eine Rally des Bitcoin-Kurses ausgelöst. Viele Investoren hatten die Aussagen Xis als Signal einer Lockerung der restriktiven chinesischen Haltung gegenüber Kryptowährungen interpretiert. Das war wohl ein Irrtum, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Die Enttäuschung dürfte bei Anlegern noch eine Weile mitschwingen."

Chinas Haltung scheint auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein. Beim genaueren Hinschauen ist sie das aber nicht. Einerseits will die chinesische Regierung seinen Bürgern die Freiheiten, die eine digitale Währung mit sich bringt nicht gewähren, andererseits möchte sie aber genaue Kontrolle über das Finanzverhalten der Verbraucher haben und den Aufsprung auf den Zug nicht verpassen, weltweit eine führende Rolle einzunehmen.

China arbeitet an eigener Digitalwährung

Schon länger arbeitet die chinesische Zentralbank an der Entwicklung einer eigenen Digitalwährung. Huang Qifan, Vizechef eines regierungsnahen Thinktanks, sagte vor einigen Wochen, dass er nichts von nicht-staatlich organisiertem Kryptogeld wie dem Bitcoin oder Facebooks Libra halte. Schon seit zwei Jahren ist der Handel mit solchen Währungen in China verboten.

ms