CEVA Logistics Truck

Börsendebüt Ceva Logistics legt los

Stand: 04.05.2018, 13:17 Uhr

Ceva will raus aus den Schulden. Heute startet das Logistikunternehmen an der Schweizer Börse. Ob der Plan gelingt, bleibt fraglich - denn die Konkurrenz ist groß.

Der Schuldenschuh des Schweizer Logistikunternehmens drückt: Laut eigenen Angaben belaufen sich die Schulden auf 2,1 Milliarden Dollar. Der bereinigte Erlös vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) lag 2017 bei rund 280 Millionen Dollar.

Den Schuldenbatzen loswerden und endlich große Investoren an Land ziehen, so lautet das selbsterklärte Ziel von Ceva. Heute startet das Unternehmen an der Swiss Exchange. Der Ausgabepreis lag bei 27,45 Schweizer Franken - und damit am unteren Ende der Preisspanne, die bis zu 52,50 Franken angesetzt war.

Erst raus aus den Schulden...

Im Rahmen der Erstzeichnung konnte das Unternehmen rund 1,2 Milliarden Franken einsammeln. Wenige Stunden nach Handesstart am Freitag verlor die Aktie dann jedoch um fast sieben Prozent. Am Vormittag notierte sie bei knapp über 25 Franken.

Ceva-Chef Xavier Urbain dürfte den ersten Handelstag daher mit Spannung verfolgen. Er hat das Unternehmen 2014 übernommen und verlegte den Sitz von Hoofddorp in den Niederlanden nach Baar im Schweizer Kanton Zug. Entstanden ist Ceva 2006 durch die Zusammenführung der Kontraktlogistik von TNT Express und dem Frachtmanagement von Eagle Global Logistics.

... dann rein ins Wachstum

Urbain will das Image von Ceva aufpolieren, denn der Logistiker will konkurrenzfähig bleiben: Mit einer Marge von 4,1 Prozent bei der Kontraktlogistik liegt Ceva zwar vor dem Schweizer Logistikunternehmen Panalpina mit 3,2 Prozent - doch seine europäischen Mitstreiter Kühne+Nagel und DHL liegen mit jeweils rund sechs Prozent weiterhin vorn.

Auch das Geschäft per Luft- und Seefracht läuft bei Ceva mit 2,3 Prozent Marge deutlich schwächer ab als bei DHL und Kühne+Nagel mit 6,3 Prozent. Aufgestellt ist Ceva jedoch auch in China: Seit 15 Jahren ist Ceva zu 50 Prozent am chinesischen Logistikdienstleister Anji beteiligt. Das brachte zuletzt rund 50 Millionen Dollar ein.

Nach Asmallworld, Medartis und Sensirion geht mit Ceva in diesem Jahr das vierte Schweizer Unternehmen an die Börse. In zwei Wochen will der Medikamentenhersteller Polyphor folgen. Für Gategroup ist das Comeback hingegen gescheitert: Die Bordverpflegungsfirma musste ihren Börsengang kurzfristig abblasen - ebenso Swissport, die Servicegesellschaft für Airlines und Flughäfen. Beide Unternehmen gehören zum hochverschuldeten HNA-Konglomerat.

jz

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<strong>Asmallworld</strong><br/>Seit 2013 betreibt das Unternehmen ein soziales Netzwerk für die High Society mit rund 28.000 Nutzern (Stand: Februar 2018). Mitte März ging es für Asmallworld an die Börse - zunächst mit glatten Erfolg: Der Kurs stieg in einem Monat von anfänglich rund 9,75 Franken auf über 22 Franken an. Der Höhenflug endete im April mit einer <a href="" externalId="a453d562-ee06-449b-b137-8fcedbfda51d">Kauf-Warnung der BaFin</a>. Mittlerweile scheint die Aktie vom ersten Schock erholt - ein deutlicher Kursanstieg wie in den ersten Wochen blieb aber aus. Vor einigen Tagen gab das Unternehmen eine Kauf-Optionsvereinbarung für eine Schweizer Luxusreisegemeinschaft bekannt - von bis zu 30 Millionen Euro ist die Rede. : Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 3 Monate

Asmallworld
Seit 2013 betreibt das Unternehmen ein soziales Netzwerk für die High Society mit rund 28.000 Nutzern (Stand: Februar 2018). Mitte März ging es für Asmallworld an die Börse - zunächst mit glatten Erfolg: Der Kurs stieg in einem Monat von anfänglich rund 9,75 Franken auf über 22 Franken an. Der Höhenflug endete im April mit einer Kauf-Warnung der BaFin. Mittlerweile scheint die Aktie vom ersten Schock erholt - ein deutlicher Kursanstieg wie in den ersten Wochen blieb aber aus. Vor einigen Tagen gab das Unternehmen eine Kauf-Optionsvereinbarung für eine Schweizer Luxusreisegemeinschaft bekannt - von bis zu 30 Millionen Euro ist die Rede.