Saturn und Media Markt Schilder

Weniger Gewinn erwartet Ceconomy war's zu heiß

Stand: 19.09.2018, 07:13 Uhr

Nicht nur Zalando hat unter dem heißen Sommer gelitten, auch den Elektronikmärkten Saturn und Media Markt haben die hohen Temperaturen dieses Sommers das Geschäft vermiest.

Ceconomy hat deshalb seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 gesenkt. Vor allem das Deutschland-Geschäft rund um Media Markt und Saturn habe sich schwächer als erwartet entwickelt, teilte die Muttergesellschaft der Elektronikketten Media Markt und Saturn mit.

"Wir hatten im Juli und August enttäuschende Umsätze sowohl bei Media Markt als auch bei Saturn", sagte Ceconomy-Chef Pieter Haas der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir sind deshalb zum Schluss gekommen, dass wir unsere Guidance anpassen müssen."

Umsatzprognose soll erreicht werden

Ohne Berücksichtigung der Beteiligung am französischen Branchenkollegen Fnac Darty werde nun noch ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 460 und 490 Millionen Euro angepeilt. Auch der Online-Modehändler Zalando hatte erst am Dienstag erneut seine Prognose gekürzt und die auch auf die ungewöhnlich hohen Temperaturen und den langen Sommer zurückgeführt.

Im vorherigen Geschäftsjahr (30. September) wurden noch 494 Millionen Euro erzielt. Bislang hatte Konzernchef Haas eine Steigerung der beiden Kennzahlen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert. An der Prognose eines leicht steigenden Umsatzes sowie einer leichten Verbesserung des Nettobetriebsvermögens hielt er aber fest. Der Marktkonsens der Analysten liege zudem bei rund 500 Millionen Euro beim operativen Ertrag (Ebit), sagte Haas: "Das können wir noch immer erreichen."

Umbau kommt nicht schnell genug voran

Neben dem heißen Wetter kommt Ceconomy offenbar auch mit der Umsetzung strategischer Initiativen in Deutschland nicht wie erhofft voran. Dabei geht es um eine bessere Verzahnung des Online-Geschäfts mit den Filialen. Zudem muss Ceconomy die Kosten drücken. Doch das reichte nicht aus, um seine Gewinnziele zu erreichen. Bereits der Start ins Geschäftsjahr mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft hatte dem Unternehmen Rückschläge gebracht - vor allem ein erbitterter Preiskampf hatte damals den Gewinn verhagelt.

Auch der Fahrplan zum Erreichen der Mittelfrist-Ziele ist in Verzug geraten. Ceconomy habe für das Erreichen der Ziele ursprünglich einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren angegeben - dieser Zeitplan erscheine nun "sehr ehrgeizig", sagte Finanzchef Mark Frese am Morgen in einer Analysten-Konferenz. "Wir haben die Herausforderungen unterschätzt", räumte er ein.

Aktie bricht ein

Für Ceconomy stellt zurzeit die Beteiligung an der Metro ein Problem dar. Bei der Aufspaltung der früheren Metro Group vor einem Jahr in Ceconomy und den Lebensmittelhändler hatte der Elektronikkonzern ein Aktienpaket von zehn Prozent an der Metro mit auf den Weg bekommen. Der schlechte Verlauf der Metro-Aktie schmälerte jedoch den Wert. Doch auch Metro ist mit Ceconomy unzufrieden und hat die Beteiligung zum Verkauf gestellt.

An der Börse kommt die gesenkte Prognose schlecht an. Die im MDax notierte Aktie verliert zu Handelsbeginn neun Prozent. Im weiteren Verlauf kann sie sie zwar leicht erholen, notiert aber immer noch deutlich unter dem Vorjahresniveau.

lg