Saturn und Media Markt Schilder

Saturn-Media-Märkte Ceconomy: Verpatzter Jahresauftakt

Stand: 19.01.2018, 08:48 Uhr

Der Black Friday sowie Probleme in Italien haben dem Elektronikhändler Ceconomy den Start ins neue Geschäftsjahr 2017/18 vermasselt. Doch es soll besser werden.

Im ersten Quartal sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 260 Millionen Euro, nach 308 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Als Gründe nannte die Media-Markt- und Saturn-Mutter die Verlagerung von Dezemberumsätzen in den November - aufgrund der Rabattaktion Black Friday.

Hinzu kamen ungünstige "technische Effekte" in Italien sowie gestiegene Kosten, weil der Aufbau der Ceconomy AG Holding zusätzliche Ausgaben bedingt. Die Erlöse stiegen den Angaben zufolge hingegen währungs- und portfoliobereinigt um 1,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Flächenbereinigt beträgt die Steigerung allerdings nur 0,5 Prozent.

Betriebsvermögen gesunken

Einkauf-Apps von Saturn und Media Markt

Saturn und Media Markt. | Bildquelle: (c) dpa

Deutlich gesunken, und zwar um 380 Millionen Euro, ist das Betriebsvermögen. Hierfür macht Ceconomy vor allem gesunkene Verbindlichkeiten wegen eines zunehmend direkten Einkaufs bei Herstellern verantwortlich. Darüber hinaus haben höhere Vorräte für neue Waren sowie ein Anstieg von Forderungen das Betriebsvermögen belastet.

Das MDax-Unternehmen bestätigt aber seine im Dezember 2017 veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2017/18. Zusätzlich zu den laufenden operativen Verbesserungen erwartet das Unternehmen eine deutliche Ergebnisverbesserung in Italien. Auch sollen sich negative Einmaleffekte des Vorjahres aus der Saturn-Mehrwertsteueraktion im Januar und der Insolvenz eines Geschäftspartners in den Niederlanden nicht wiederholen.

Aktie bricht ein

Anleger reagieren entsetzt. Im morgendlichen Handel verlieren die Papiere des Elektronikhändlers bis zu 11 Prozent. Am Montag hatten die Anteilsscheine des aus dem alten Metro-Konzern hervorgegangenen Unternehmens mit 13,40 Euro noch einen Höchststand seit 2011 erreicht.

Broker zeigten sich enttäuscht vom unerwartet schwachen Weihnachtsgeschäft. Es werde nun schwer, die Jahresziele zu erreichen, so die Einschätzung. Zumal das Ringen um die zukünftige Aufstellung von Media-Saturn auch nach dem Tod des des Firmengründers und Minderheitseigners Erich Kellerhals weitergehen wird.

Streit mit Kellerhals-Erben

Ceconomy-Chef Pieter Haas hatte erst im Dezember gesagt, es sei kein Geheimnis, dass eine Trennung die beste Lösung sei. Der Kellerhals-Clan hält rund 21 Prozent an Media-Saturn, der Rest liegt bei Ceconomy. Für die aus dem Handelsriesen Metro hervorgegangene Holding ist Media-Saturn die größte Beteiligung.

Vertreter der Kellerhals-Firma Convergenta hatten sich in der Vergangenheit geweigert, den Jahresabschluss bei Media-Saturn abzuzeichnen.

lg