Schild mit den Schriftzügen von Media Markt und Saturn vor der Firmenzentrale

Starkes Umsatzwachstum im abgelaufenen Quartal Home-Office-Trend hilft Ceconomy

Stand: 23.10.2020, 16:00 Uhr

Die Elektronik-Handelskette hat sich vom Corona-Schock und der mehrwöchigen Ladenschließungen erholt. Im vierten Quartal verzeichnete die MediaMarkt- und Saturn-Mutter einen kräftigen Umsatzschub. Besonders Produkte fürs Home Office waren begehrt.

Ein starker Schlussspurt sorgte dafür, dass Ceconomy relativ glimpflich aus dem Corona-Jahr herauskam. Die Media-Saturn-Mutter steigerte ihre Erlöse flächenbereinigt im vierten Quartal um 7,9 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

Ergebnis besser als erwartet

Das reichte zwar nicht mehr für ein Plus im Gesamtjahr, doch konnte das Unternehmen den Umsatzrückgang auf 1,4 Prozent eindämmen. Insgesamt erwirtschaftete die Elektronik-Handelskette Erlöse von 20,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit sank auf rund 230 Millionen Euro - nach 403 Millionen im Geschäftsjahr 2018/19. Damit übertraf Ceconomy seine Jahresprognose. Das MediaSaturn-Mutter hatte zuletzt ein bereinigtes Ebit von 165 bis 185 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Nach Angaben von Ceconomy setzte sich die Umsatzdynamik im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bisher fort. Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit Covid-19 blieben jedoch bestehen, sagte Interimschef Bernhard Düttmann. Der Schwerpunkt in den kommenden Wochen liegt auf dem wichtigen Black Friday und dem Weihnachtsgeschäft.

Stark gebeutelte Aktie erholt sich

Die im SDax notierte Aktie legte um rund vier Prozent zu und zählte zu den größten Gewinnern im Kleinwerte-Index. Ein Börsianer sprach in einer ersten Reaktion von leicht positiven Kennziffern, andere lobten aber auch den Ausblick und die Aussage, dass sich die positive Umsatzdynamik bisher im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt hat. Dies mildere etwas die Sorgen von Investoren, das die wieder grassierenden Infektionszahlen erneut zu strengeren Auflagen für den Einzelhandel führen könnten.

Die Umsatz-Daten für das vergangene Jahr sind keine große Überraschung mehr, nachdem das Unternehmen bereits Mitte Oktober mitgeteilt hatte, dass das Geschäft im Sommerquartal besser gelaufen sei als erwartet. Dabei hatte Ceconomy auch mitgeteilt, dass der Konzern operativ deutlich mehr verdient habe als das Unternehmen und Analysten erwartet hätten.

Kurseinbruch seit 2017

Wegen der Corona-Krise, hausgemachter Probleme und der generellen Schwierigkeiten des stationären Einzelhandels durch das Internet gehören die Ceconomy-Anteile seit der Abspaltung von Metro im Sommer 2017 zu den größten Verlierern unter den deutschen Standardwerten. Allein in diesem Jahr ging es um rund ein Viertel nach unten. Seit Juli 2017 ist der Börsenwert um mehr als die Hälfte auf zuletzt nur noch knapp 1,5 Milliarden Euro gesunken. Bereits im Herbst 2018 musste die Aktie daher den MDax verlassen.

Mit Spannung erwarten Investoren Aussagen von Übergangschef Düttmann zur künftigen Strategie. Dessen Vertrag war erst kürzlich um zwölf Monate verlängert worden. Düttmann, der vor einem Jahr das Ruder vom wenige Monate amtierenden Konzernchef Jörn Werner übernommen hatte, kündigte jetzt Aussagen zur künftigen Ausrichtung an. "Ceconomy wird das Strategie-Update, einschließlich der nächsten Schritte im Transformationsprozess, zusammen mit der Präsentation der Ergebnisse des Gesamtjahres 2019/20 am 15. Dezember vorstellen."

nb