Einkauf-Apps von Saturn und Media Markt
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Sommerwetter & Lira-Absturz Kein WM-Boom für Ceconomy

Stand: 14.08.2018, 14:51 Uhr

Ja, es sind viele Fernsehgeräte im WM-Jahr beim Elektronikhändler Ceconomy über den Ladentisch gegangen. Leider waren die Konsumenten wegen der Hitzewelle lieber im Freibad als in gekühlten Ladenlokalen. Und die tiefroten Zahlen halten heute die Anleger fern.

Mit einem Abschlag von zeitweise mehr als neun Prozent belegt Ceconomy, die  Muttergesellschaft der Elektronikketten Media Markt und Saturn, im MDax den letzten Platz. Innerhalb der vergangenen sechs Monate hat das Papier damit fast 38 Prozent eingebüßt. Seit Februar hat sich der Kurs fast halbiert.

Ceconomy ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
3,79
Differenz relativ
-1,74%

Da kommen die aktuellen Bilanzzahlen ziemlich ungelegen. Im dritten Quartal sackte der Umsatz um 0,7 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis machte Ceconomy zwar Fortschritte. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdiente die Gesellschaft 26 Millionen Euro nach vier Millionen Euro ein Jahr zuvor. Dies lag aber auch an der Neubewertung von Verbindlichkeiten aus Gutschein-Geschenken in Deutschland.

Leiden unter der Metro-Schwäche

Ceconomy wies einen Verlust nach Minderheiten in Höhe von 104 Millionen Euro aus. Im Vorjahr belief sich das Minus auf 29 Millionen Euro. Das hängt mit dem schwachen Kurs der Metro-Aktie zusammen, denn die Holding hatte ein Paket von rund zehn Prozent der Metro-Aktien mit auf dem Weg in die Unabhängigkeit bekommen. Immer neue Kurstiefs machen Abschreibungen nötig - im dritten Quartal waren es 138 Millionen Euro.

Wer will bei der Hitze schon shoppen?

Eigentlich durfte man im WM-Quartal erwarten, dass sich der anziehende Verkauf von Fernsehgeräten in den Zahlen niederschlägt, denn üblicherweise decken sich die Verbraucher dann mit moderneren Modellen ein. So war es tatsächlich auch diesmal.  

Die Verkäufe von Ventilatoren und Kühlgeräten seien ebenfalls gut gelaufen, wie Vorstandschef Pieter Haas vermeldete. Das Problem war nur, dass insgesamt die Frequenz in den Läden aufgrund des fantastischen Wetters abgenommen hat. Juli und August wurden auch noch beeinträchtigt. Welche Aktien vom Sommerwetter profitiert haben, lesen Sie hier.

TV-Geräte haben im WM-Jahr üblicherweise Hochkonjunktur. | Quelle: picture-alliance/dpa

Wer ist Apple? Wir haben Huawei!

Die aktuelle Lira-Krise könnte auch Folgen für Ceconomy haben: Man wolle überprüfen, ob tatsächlich bis zu 20 neue Märkte in der Türkei eröffnet werden sollten, sagte Ceconomy-Chef Pieter Haas. Langfristig glaube er an den türkischen Markt, versicherte er. Kurzfristig könnte die rasante Abwertung der türkischen Lira aber auf den Ergebnissen des laufenden vierten Quartals lasten, erklärten Analysten des Bankhauses Lampe.

MediaMarkt und Saturn betreiben in Europa über 1.000 Märkte, in der Türkei sind es 69 Filialen. Haas zufolge wächst die Kette dort rasant: "Wir gewinnen substanziell Marktanteile." Auch der Aufruf des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, keine US-Smartphones mehr zu kaufen, können die Kette nicht schrecken - sie habe auch in Asien gefertigte Geräte etwa von Huawei oder Samsung im Angebot, sagte Haas.

Metro und Ceconomy

Metro und Ceconomy. | Bildquelle: Unternehmen, Grafik: boerse.ARD.de

ts