Schild mit den Schriftzügen von Media Markt und Saturn vor der Firmenzentrale
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Sparen für Gewinne Ceconomy: Dividende fällt aus

Stand: 17.12.2019, 07:51 Uhr

Der Mutterkonzern der Elektronikmärkte Saturn und MediaMarkt hat es weiter schwer. Harte Online-Konkurrenz und interne Probleme sorgten im abgelaufenen Geschäftsjahr für stagnierende Ergebnisse und Erlöse. Und eine Gewinnausschüttung fällt aus.

Die Dividende fällt für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19 aus, wie auch schon für das Vorjahr. Laut dem Unternehmen soll mit den Mitteln statt dessen das Eigenkapital gestärkt werden. Zudem würden anstehende Investitionen und das laufende Sanierungsprogramm finanziert.

Ceconomy hat seinen Nettogewinn von 23 auf 121 Millionen gesteigert, aber aber auch vom Verkauf seiner restlichen Beteiligung am Handelskonzern Metro profitiert. Operativ, beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit), konnte das Unternehmen mit 402 Millionen Euro nur wenig mehr als im Vergleichszeitraum einspielen.

Sparstrategie unterwegs

Der Umsatz kletterte um 0,2 Prozent auf 21,46 Milliarden Euro. "2018/19 war ein Jahr der Stabilisierung", erklärte Konzernchef Bernhard Düttmann. "Wir haben Grundlagen in Ordnung gebracht und erste Weichen für die Zukunft gestellt. Jetzt gilt es, unseren Strategieprozess erfolgreich abzuschließen und die Strategie umzusetzen."

Offenbar scheint Düttmann leichtes Wachstum im laufenden Geschäftsjahr möglich, bei Umsatz und Ergebnis: Das bereinigte Ebit soll auf 445 bis 475 Millionen Euro steigen. Der Umsatz soll organisch - sprich bereinigt um Währungseffekte und Zu- oder Verkäufe - leicht zulegen.

Harte Konkurrenz im Netz

Der Elektronikhändler mit seinen 1.000 Märkten und 62.000 Mitarbeitern hat weiterhin mit harter Konkurrenz, vor allem durch den Internet-Handel zu tun. Dazu kommt, dass viele Märkte überdimensioniert sind. Mehrere Führungswechsel belasten, außerdem die schnelle Neuausrichtung und Verschlankung. Zuletzt trennte sich der Konzern nach nur sieben Monaten von Konzernchef Jörn Werner - wegen unterschiedlicher Auffassungen auch über die Führung des Unternehmens. Im vergangenen Jahr hatten bereits der langjährige Konzernchef Pieter Haas und sein Finanzvorstand Mark Frese nach mehreren Gewinnwarnungen den Hut nehmen müssen. Düttmann führt Ceconomy derzeit interimistisch.

Die Ceconomy-Aktie hat sich im zu Ende gehenden Börsenjahr nach langem Niedergang ähnlich gut entwickelt wie der SDax und rund 27 Prozent gewonnen - allerdings auf niedrigem Niveau: Anfang 2018 war die Aktie noch zwölf Euro wert, Ende 2019 notiert sie bei knapp fünf Euro.

AB