Schild mit den Schriftzügen von Media Markt und Saturn vor der Firmenzentrale
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Aktie 20 Prozent im Plus Ceconomy: Abwärtstrend gestoppt

Stand: 08.02.2019, 08:43 Uhr

Der abrupte Managementwechsel im vergangenen Jahr kommt die Media-Saturn-Mutter Ceconomy teuer zu stehen. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte die Elektronikhandelskette ihre Talfahrt allerdings stoppen.

Ceconomy habe mit den Töchtern Media Markt und Saturn im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 den Umsatz um 1,7 Prozent auf knapp 6,9 Milliarden Euro gesteigert, teilte die Holding mit. Dafür sorgte vor allem das Plus im Online-Geschäft. Ceconomy habe Marktanteile hinzugewonnen, erklärte Interims-Finanzvorstand Bernhard Düttmann.

Damit stoppte das SDax-Unternehmen seinen Abwärtstrend. 2018 waren Ceconomy zunehmend die Kunden weggelaufen. Gewinnwarnungen und die Streichung der Dividende verschreckten außerdem die Anleger und führten zu einem Rekordtief der Aktie.

Das Papier klettert zu Handelsbeginn am Freitag zeitweise um satte 20 Prozent. Analysten hatten mit einem Umsatz von lediglich 6,7 Milliarden Euro gerechnet.

Wegen den überraschenden Veränderungen an der Konzernspitze musste die Elektronikhandelskette aber einen Gewinnrückgang hinnehmen: Das Ebitda schrumpfte um 17 Prozent auf 291 Millionen Euro. Analysten waren von einem Ebitda von 295 Millionen Euro ausgegangen.

Teurer Führungswechsel

Ceconomy-Vorstand Mark Frese

Ceconomy-Vorstand Mark Frese. | Bildquelle: picture alliance / Federico Gambarini/dpa

34 Millionen Euro kosteten Ceconomy die Managementwechsel auf der ersten und zweiten Führungsebene - unter anderem durch die Abgänge von Konzernchef Pieter Haas und Finanzvorstand Mark Frese, die nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr das Unternehmen verlassen mussten.

Bereinigt um die Aufwendungen sowie ohne die Berücksichtigung der französischen Beteiligung Fnac Darty konnte Ceconomy das operative Ergebnis um 15 Millionen auf 269 Millionen Euro steigern. Die Stabilisierung sei dabei auch zum Teil auf Einmaleffekte zurückzuführen, hieß es.

Jahresprognose bestätigt

Darüber hinaus bekräftigte Ceconomy die Prognose für 2019. Die Düsseldorfer erwarten weiter ein leichtes Umsatzwachstum bei einem leichten Rückgang des operativen Ertrags Ebitda und Ebit.

Der angestrebte Konzernumbau werde die Entwicklung belasten. Das Maßnahmenpaket will Ceconomy spätestens mit der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal Ende Mai vorstellen.

Wirbel um Chefprofil

Anfang März übernimmt eine neue Führungsspitze bei Ceconomy das Ruder. Jörn Werner soll die Firma dann als neuer Vorstandschef wieder in die Spur bringen, Karin Sonnenmoser wird neue Finanzchefin.

Zuletzt machte Großaktionär Freenet Druck. Freenet-Chef Christoph Vilanek forderte in einem Interview mit dem "Manager Magazin", dass ein neuer Vorstandschef der Holding auch Verantwortung für das operative Geschäft bei der größten Beteiligung MediaMarktSaturn übernehmen solle.

Metro und Ceconomy

Metro und Ceconomy. | Bildquelle: Unternehmen, Grafik: boerse.ARD.de

tb