Kreuzfahrtschiff Diamond Princess unter Quarantäne

Erster Schock verdaut Carnival-Aktie sendet Lebenszeichen

Stand: 06.02.2020, 11:49 Uhr

Wenn 3.700 Passagiere eines Kreuzfahrschiffs wegen des Coronavirus für mindestens 14 Tage gegen ihren Willen an Bord bleiben müssen, sorgt das für schlechte Stimmung - auch an der Börse. Doch hat die Aktie der betroffenen Rederei vielleicht schon das Schlimmste hinter sich.

Die Papiere steigen heute an der Börse in London um zeitweise knapp zwei Prozent auf 3.280 Pence. Damit kann das Papier einen Teil der Kursverluste der vergangenen Wochen wieder gutmachen. Mitte Januar hatte die Carnival-Aktie noch bei rund 3.700 Pence gelegen, bevor es im Zuge der Wirren um den Coronavirus massiv unter Druck geraten war.

Im Hafen von Yokohama in Japan stehen mehr als 3.700 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" der Reederei Carnival Japan unter Quarantäne. Die mehr als 2.600 Passagiere und die gut 1.000 Besatzungsmitglieder sollen nach Medienberichten untersucht werden, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus auszuschließen. Die zwangsweise Abschottung der Menschen soll mindestens 14 Tage andauern.

Viel Wachstum in der Branche

Auch wenn weitere solche Vorfälle derzeit alles andere als ausgeschlossen erscheinen, dürfte die Branche in absehbarer Zeit wieder zur Normalität zurückkehren können. Und Carnival, dem über die Cunard-Linie die Kreuzfahrtschiffe Queen Mary II und Queen Elizabeth gehören, ist in einer wachstumsstarken Branche unterwegs.

Nicht nur dass die Schiffe immer größerer werden. So können die größten Kreuzfahrtschiffe mehr als 6.000 Passagiere auf einmal transportieren. Derzeitiger Spitzenreiter ist die "Symphony of the Seas" des Konkurrenten Royal Carribean mit 6.870 Passagieren. Auch buchen immer mehr Menschen Reisen mit einem Kreuzfahrtschiff. Wurden im Jahr 2011 gerade weltweit gerade einmal 20,5 Millionen Passagiere gezählt, sollen es im laufenden Jahr nach Schätzung des Interessenverband der Kreuzfahrt-Industrie Clia bereits rund 32 Millionen Passagiere gezählt werden.

Besonders gewinnträchtig

Kreuzfahrtunternehmen gehören traditionell zu den besonders profitablen Vertretern ihrer Zunft. Denn die meiste Zeit befinden sie sich in internationalen Gewässern. Die Umsätze lassen sich damit nicht bestimmten Ländern zuordnen und müssen daher auch nicht versteuert werden. Entsprechend gering fällt die Steuerquote aus. So blieben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von fast 21 Milliarden Dollar ein Gewinn von 3,06 Milliarden Dollar vor Steuern hängen - und nach von Steuern 2,99 Milliarden Dollar.

ME