Mikroskop mit Carl Zeiss-Schriftzug

Augenheilkunde & Mikrochirurgie Carl Zeiss Meditec hat den Durchblick

Stand: 11.02.2019, 07:06 Uhr

Dem Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec ist ein zufriedenstellender Start ins neue Geschäftsjahr gelungen. Die Aktie hat seit vielen Jahren nun schon einen richtig guten Lauf und bleibt in Schlagdistanz zum frischen Rekordhoch.

Erst in der vergangenen Woche hatte Carl Zeiss Meditec bei 83,40 Euro ein Rekordhoch markiert. Im vergangenen Jahr 2018 gehörten die Titel mit einem Aufschlag von 31,96 Prozent zu den Top drei der erfolgreichsten Titel der Indexfamilie Dax, MDax, TecDax und SDax – und das in einem insgesamt eher schlechten Aktienjahr.

Die Performance der vergangenen fünf Jahre sieht noch beeindruckender aus: um 288 Prozent sind die Titel gestiegen. Auf die frischen Zahlen reagieren die Investoren freundlich. „Wir sind erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet und konnten unsere Marktanteile in beiden strategischen Geschäftseinheiten weiter ausbauen", sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Ludwin Monz.

Guter Start, keine Überraschungen

Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um gut zehn Prozent auf rund 324 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg auch dank weniger Forschungs- und Entwicklungskosten um knapp ein Fünftel auf 48,1 Millionen Euro. Unter dem Strich bremsten jedoch negative Währungseffekte: Der Gewinn stagnierte nahezu bei 28,7 Millionen Euro.

Analyst Scott Bardo von der Berenberg Bank sprach von einem guten Start ins neue Geschäftsjahr. Überraschungen habe es aber keine mehr gegeben. Angesichts der starken Kursentwicklung von Carl Zeiss seit Jahresbeginn hält er moderate Gewinnmitnahmen für denkbar.

Chronische Krankheiten des Alters

Das Jenaer Unternehmen ist mit rund 3.000 Mitarbeitern auf Ausrüstungen zur Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen (Ophthalmologie), sowie für die Mikrochirurgie spezialisiert. In der Augenheilkunde würden Krankheitsbilder wie Fehlsichtigkeit (Refraktion), Grauer Star (Katarakt) oder Grüner Star (Glaukom) sowie weitere Netzhauterkrankungen (Retinaerkrankungen) unterschieden, die vor allem mit zunehmendem Alter auftreten können und in vielen Fällen chronisch verlaufen, heißt es dazu auf der Website.

Modell einer Intraokularlinse, die bei Grauem Star die natürliche Augenlinse ersetzen kann

Modell einer Intraokularlinse von Carl Zeiss Meditec. | Quelle: picture-alliance/dpa

Kunden für die Produkte seien sowohl niedergelassene Ophthalmologen als auch Ärzte und Chirurgen in Krankenhäusern und ambulanten Operationszentren. Die Geschäftseinheit Ophthalmic Devices trägt 72,9 Prozent zum Umsatz bei, die Mikrochirurgie 27,1 Prozent.     

Im Dezember war Carl Zeiss Meditec in den MDax aufgestiegen und ist dort das einzige Unternehmen aus den ostdeutschen Bundesländern. Carl Zeiss Meditec gehört zum baden-württembergischen Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss AG, der aktuell etwa 59 Prozent der Aktien an Zeiss Meditec hält.

ts