Mitarbeiterin der Abteilung für Medizintechnik der Carl Zeiss AG in Jena

Umsatzprognose erhöht Carl Zeiss Meditec: Optimismus beflügelt Aktie

Stand: 09.08.2019, 10:30 Uhr

Der Medizintechnikkonzern aus Jena hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben geschraubt und damit die Anleger verzückt. Der Optimismus sorgt am Freitag für ein Rekordhoch der Carl Zeiss-Aktie.

Am Freitag erklomm der MDax-Titel im frühen Handel mit 104,30 Euro den höchsten Stand seiner Börsengeschichte. Auch am Vormittag liegt das Papier mit Abstand an der MDax-Spitze.

Ein Kommentar der UBS hob den zuversichtlicheren Ausblick als eigentliche Neuigkeit des Quartalsberichts hervor. Carl Zeiss Meditec hält nun auch einen Jahresumsatz leicht oberhalb der angepeilten Spanne von 1,35 bis 1,42 Milliarden Euro für möglich. Mitte Juli bei den vorläufigen Neunmonatszahlen hieß es noch, ein Erreichen des oberen Endes sei möglich.

Mikroskop mit Carl Zeiss-Schriftzug

Carl Zeiss Meditec. | Quelle: picture-alliance/dpa

Ein Händler merkte an, dass das Geschäftsmodell von Carl Zeiss Meditec weniger stark von der Konjunktur abhängig sei als bei anderen Technologieunternehmen. Das Unternehmen, das zum Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss AG gehört, entwickelt und produziert zum großen Teil Mikroskope für Operationen, Laser sowie künstliche Linsen für trübe Augen beim sogenannten Grauen Star.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Der Ausblick für die Ebit-Marge blieb dagegen unverändert. Diese dürfte den im April 2019 gesetzten Korridor von 15,0 bis 17,5 Prozent im laufenden Jahr übertreffen. Auch die Erwartungen für das neue Geschäftsjahr 2019/20 wurden bestätigt. Wegen Investitionen in die Forschung und Entwicklung werde sich die Profitabilität dann aber nicht weiter verbessern.

"Unser wichtigstes Ziel ist der Ausbau unserer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Wie schon bei Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse kommuniziert, werden wir die derzeit gute Ertragslage auch zu einer Beschleunigung der Investitionen in Forschung und Entwicklung nutzen. Dies betrifft insbesondere den Bereich digitaler Lösungen für die Augenchirurgie, in dem wir unseren Innovationsvorsprung weiter ausbauen wollen", erklärte Carl Zeiss-Chef Ludwin Monz.

Augenchirurgie sorgt für Gewinnplus

Ansonsten entspricht das Ergebnis aus dem dritten Geschäftsquartal den vorläufigen Zahlen von Mitte Juli. Schon da war Carl Zeiss Meditec größter Gewinner im MDax. Der Konzern machte einen ordentlichen Umsatz- und Gewinnsprung in den ersten neun Monaten. Besonders von der starken Nachfrage nach Lasersystemen zur Sehschärfenkorrektur aus Asien hätten die Jenaer profitiert.

Modell einer Intraokularlinse, die bei Grauem Star die natürliche Augenlinse ersetzen kann

Modell einer Intraokularlinse von Carl Zeiss Meditec. | Quelle: picture-alliance/dpa

Der Umsatz kletterte demnach um knapp elf Prozent auf 1,03 Milliarden Euro, das Ebit stieg um rund 37 Prozent auf 184 Millionen Euro. Der Anteil der höhermargigen Materialien für Augenoperationen am Umsatz sei gestiegen, hieß es zur Begründung. Die Ebit-Marge lag bei rund 17,9 Prozent, nach 14,6 Prozent im Vorjahr.

Unter dem Strich stand ein Gewinn von 109,7 Millionen Euro nach 81,9 Millionen im Vorjahr. Gut lief es bei dem Medizintechnikkonzern vor allem mit Produkten und Verbrauchsmaterialien für die Augenchirurgie.

tb

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