Mikroskop mit Carl Zeiss-Schriftzug

Weniger Umsatzwachstum angepeilt Carl Zeiss Meditec wird etwas vorsichtiger

Stand: 10.02.2020, 10:15 Uhr

Carl Zeiss Meditec bleibt das ostdeutsche Vorzeigeunternehmen. Der Medizintechnik-Konzern aus Jena ist mit zweistelligen Zuwächsen ins neue Geschäftsjahr gestartet. Nur der Umsatzausblick trübt die Stimmung der Anleger.

Die im MDax und TecDax gelisteten Papiere steigen am Montagmorgen zeitweise um über fünf Prozent auf bis 121,10 Euro. Inzwischen sind die Aktien aber leicht ins Minus gedreht. Seit Anfang 2019 hat der Kurs von Carl Zeiss Meditec um etwa 65 Prozent zugelegt. Auf Fünf-Jahres-Sicht hat sich der Kurs gut verfünffacht. Mitte Januar wurde ein Rekordhoch von 122,10 Euro erreicht.

Zweistelliges Wachstum beim Umsatz und Gewinn

Der Börsenstar aus dem Osten hat erneut die Erwartungen übertroffen - zumindest teilweise. Das Medizintechnikunternehmen hat dank guter Geschäfte in den USA und Asien sein starkes Wachstum zu Beginn des neuen Geschäftsjahrs 2019/20 fortgesetzt. Im ersten Quartal steigerte Carl Zeiss Meditec das operative Ergebnis um 18 Prozent auf 56,8 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um gut 14 Prozent auf 369,7 Millionen Euro.

In den beiden Sparten, der Augenheilkunde und der Mikrochirurgie, konnte das auf die Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten spezialisierte Unternehmen zweistellig zulegen. "Wir sind erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet", befand Unternehmenschef Ludwin Monz. Die Ebit-Marge verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 14,9 auf 15,4 Prozent.

Nicht mehr ganz so optimistisch fürs Gesamtjahr

Für das gesamte Geschäftsjahr 2019/20 zeigt sich Carl Zeiss Meditec allerdings etwas zurückhaltender. Das MDax-Unternehmen will beim Umsatz nun mindestens auf dem Niveau seiner Märkte wachsen. Bislang war der Konzern davon ausgegangen, schneller als der Markt zu wachsen. Die operative Rendite soll weiterhin zwischen 17 und 19 Prozent liegen, hieß es.

Carl Zeiss Meditec entwickelt und produziert Operationsmikroskope, Geräte für Augenuntersuchungen, Laser sowie künstliche Augenlinsen. Das Unternehmen hat mehr als 3.200 Mitarbeiter im In- und Ausland.

Profiteur der demographischen Entwicklung

Die Jenaer Firma ist aus der Aufspaltung des Carl-Zeiss-Kombinats hervorgegangen und heute einer der führenden Hersteller von Präzisionswerkzeugen in der Augenheilkunde. Das Unternehmen profitiert von der Alterung der Bevölkerung in vielen Industrieländern. Je älter die Menschen werden, desto eher haben sie Probleme mit den Augen.

nb