Mikroskop mit Carl Zeiss-Schriftzug

Marge doch nicht so hoch wie erhofft Carl Zeiss Meditec rudert zurück

Stand: 23.10.2019, 16:23 Uhr

Was ist los beim ostdeutschen Vorzeigeunternehmen aus Jena? Carl Zeiss Meditec hat sich offenbar verkalkuliert. Die Ebit-Marge im abgelaufenen Geschäftsjahr fiel niedriger aus als angekündigt. Die Anleger sind entsetzt.

Die Aktie von Carl Zeiss Meditec bricht am Mittwoch um knapp neun Prozent auf 92 Euro ein. Sie ist größter Verlierer im MDax und TecDax. Noch vor wenigen Wochen hatte der Titel ein Rekordhoch von über 111 Euro erklommen. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie aber immer noch gut 35 Prozent im Plus.

Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, lag die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) im vergangenen Geschäftsjahr "nach neuen, heute bekanntgewordenen Erkenntnissen" bei 18,1 Prozent. Anfang Oktober hatte das Management bei der Vorlage vorläufiger Zahlen noch erklärt, das Unternehmen rechne damit, die prognostizierte Marge von 15 bis 17,5 Prozent sowie die aktuellen Markterwartungen von rund 18,5 Prozent "deutlich zu übertreffen".

Höhere Kosten bremsen die Marge

Als Grund für die Abweichung führte Carl Zeiss Meditec höher als zunächst erwartete operative Kosten im vierten Quartal an. Diese seien unter anderem durch bereits angekündigte höhere Investitionen in den Bereichen Chirurgische Ophthalmologie und Digitalisierung angefallen.

Gleichwohl konnte der Konzern das operative Ergebnis im vergangenen Geschäftsjahr um mehr als ein Drittel auf rund 264 Millionen Euro steigern. Der Umsatz legte um knapp 14 Prozent auf rund 1,46 Milliarden Euro zu. Die endgültigen Zahlen sollen am 6. Dezember veröffentlicht werden. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Jenaer Unternehmen wegen Investitionen in Forschung und Entwicklung keine weitere nachhaltige Steigerung der Ebit-Marge.

nb