Jack Wolfskin

Millionen-Übernahme Callaway kleidet sich mit Jack Wolfskin ein

Stand: 30.11.2018, 13:53 Uhr

Der Freizeitmode-Hersteller Jack Wolfskin wird amerikanisch: Der kalifornische Golfausrüster Callaway übernimmt die Firma aus dem hessischen Idstein bei Frankfurt. Wolfskin leidet unter dem gesättigten deutschen Markt.

Callaway will mit dem Kauf von Jack Wolfskin seine Präsenz im Markt für Funktionskleidung ausbauen. Bisher stellte die US-Firma hauptsächlich Golfbälle, -schläger und -bekleidung her.

Für Jack Wolfskin blättern die Amerikaner gut 418 Millionen Euro hin. Der Verkauf soll im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Von Private Equity ausgepresst

Der Anfang der 1980er Jahre gegründete Outdoor-Ausrüster hat schwere Zeiten hinter sich. 2011 stieg Blackstone bei der Idsteiner Firma ein. Der Finanzinvestor setzte auf eine Expansion ins Ausland und lud dem Unternehmen hohe Schulden auf. Die Strategie ging nicht auf, der Umsatz von Jack Wolfskin stagnierte.

Outdoor-Kleidung und -Zubehör haben sich in den vergangenen Jahren zwar von Nischenprodukten für Wanderer, Bergsportler oder Extrem-Camper zur Alltagsware entwickelt. Doch trotz der breiteren Kundschaft wächst der gesättigte deutsche Markt nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit. Zudem steigt der Wettbewerbsdruck.

Im Sommer 2017 stieß Blackstone die Outdoor-Firma wieder ab. Eine Gruppe von Hedgefionds, darunter Gesellschaften wie Bain Capital, H.I.G. Bayside Capital, CQS, Avenue Capital und Blue Mountain Capital Management, übernahmen die Anteile.

Jack Wolfskin hat sich wieder berappelt

Seither ging es wieder aufwärts für Jack Wolfskin. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte der Outdoor-Ausrüster mit 850 Läden weltweit den Umsatz auf 334 Millionen Euro und trotzte dem negativen Markttrend. Der Gewinn stieg um gut ein Fünftel auf 41,1 Millionen Euro.

"Die Transaktion ist ein wichtiger Schritt für unsere Marke, und wir sind sehr froh, mit Callaway einen strategischen und langfristigen Eigentümer zu bekommen", erklärte Jack-Wolfskin-Chefin Melody Harris-Jensbach. Callaway mit Sitz im kalifornischen Carlsbad habe eine starke Marktpräsenz in den USA und Japan, die Jack Wolfskin Chancen für internationales Wachstum böten, teilte der börsennotierte Konzern mit.

Die Aktien von Callaway haben einen guten Lauf. Seit Jahresbeginn stiegen sie um gut 43 Prozent. Mit 24,67 Dollar erreichten sie Ende September ein Rekordhoch.

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Platz 8: Columbia Sport
Den letzten Platz in der Top-8-Liste belegt Columbia Sport. Die US-Firma kommt lediglich auf einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro. Columbia Sport holt aber kräftig auf. Zuletzt wuchs das Unternehmen um 20 Prozent. Bekannt ist die marke vor allem für Outdoor-Kleidung und Skimode.

nb