Aktie von Borussia Dortmund

Dank Transfergeschäft BVB mit Rekordumsatz

Stand: 24.08.2018, 14:12 Uhr

Millionenschwere Spielerverkäufe haben Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballclub Borussia Dortmund (BVB) einen Rekordumsatz beschert. Auch das Ergebnis legte kräftig zu.

Die Erlöse stiegen im Geschäftsjahr 2017/18 um fast ein Drittel auf 536 Millionen Euro, wie der Bundesligist am Freitag mitteilte. Allein 222,7 Millionen Euro kamen aus dem Transfergeschäft, fast drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Zwar setzte der BVB auch mit Werbung etwas mehr um, in anderen Bereichen wie Spielbetrieb, TV-Vermarktung und Merchandising gingen die Erlöse aber zurück.

Bereinigt um die Transfers musste Borussia Dortmund beim Umsatz ein Minus von 4,6 Prozent hinnehmen. Der BVB begründet das mit dem mangelnden sportlichen Erfolg der Mannschaft und den damit verbundenen Rückgängen beim Verkauf von Fanartikeln sowie geringeren Einnahmen. So flog der BVB bereits in der Gruppenphase aus der Champions League, blamierte sich in der Europa League und schied auch aus dem DFB-Pokal aus. In der Bundesliga gab es ebenfalls etliche Niederlagen. Auch der Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus im April vergangenen Jahres in Dortmund erschütterte den Verein.

Sechs Cent Dividende

Das Ebitda erhöhte sich nach vorläufigen Berechnungen um fast 71 Prozent auf 126,6 Millionen Euro. Den Aktionären will der BVB eine Dividende von sechs Cent je Aktie zahlen.

Sportlich sprach BVB Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von einer enttäuschenden Saison: "Es ist nicht unser Anspruch, mit 55 Punkten am Ende auf Platz 4 zu landen und auch noch auf die Hilfe anderer Vereine angewiesen zu sein."

McKinsey soll Wachstumsstrategie erarbeiten

Er will den Verein unabhängiger vom Transfergeschäft machen: Bis 2025 nimmt er Umsätze von 500 Millionen Euro ins Visier - zusätzlich zu Spielertransfers. Im Geschäftsjahr 2017/18 verkaufte der BVB alleine mit Ousmane Dembélé und Pierre Emerick Aubameyang zwei Top-Spieler.

Zur Zukunft des Clubs sagte Watzke, Borussia Dortmund arbeite unter anderem mit der Beraterfirma McKinsey an einer Wachstumsstrategie. Der Fokus liege dabei auf Digitalisierung und Internationalisierung. Gute Spieler müsse der Verein selbst entwickeln. "Die ganz großen Fußball-Top-Stars wird Borussia Dortmund nie kaufen können."

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die im SDax notierte BVB-Aktie legt zeitweise um 1,8 Prozent zu und klettert über die Schwelle von 6,00 Euro. Damit notiert sie aber immer noch 25 Prozent unter dem im Oktober 2017 markierten Rekordhoch von 8,27 Euro.

lg/rtr/dpa