Burger King Drive In

Neue Runde im Fast-Food-Duell Burger King greift McDonald's an

Stand: 17.06.2018, 15:34 Uhr

Mit Filial-Modernisierungen und Tischservice konnte Marktführer McDonald's in Deutschland die Abwanderung der Kunden stoppen. Nun aber wird der Wettbewerb härter: Konkurrent Burger King plant zahlreiche Neueröffnungen.

Die Nummer zwei in der Fast-Food-Branche bereitet eine Deutschland-Offensive vor. Burger King will in den nächsten Jahren 300 neue Restaurants eröffnen und das Angebot so um mehr als 40 Prozent ausweiten. "Derzeit haben wir hierzulande 710 Restaurants", sagte Deutschland-Chef Carlos Baron am Wochenende. "Unser Ziel ist, bis zum Jahr 2023 mehr als tausend Restaurants zu haben." Momentan dominiert McDonald's mit knapp 1.500 Schnellrestaurants den deutschen Markt.

50 bis 60 neue Burger King-Filialen pro Jahr

Burger King plant 50 bis 60 Neueröffnungen im Jahr - im vergangenen Jahr waren es 30. Dabei arbeitet Burger King nach Barons Angaben mit drei Franchisenehmern und "Expansionspartnern" zusammen. Eine Partnerschaft gibt es seit Anfang des Jahres auch mit Station Food, einem Joint Venture mit der Deutschen Bahn, um neue Burger-King-Restaurants in Bahnhöfen zu eröffnen.

Burger seien im Trend, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, sagte Baron: "Wir beobachten das auch in Frankreich, Spanien und Großbritannien. Viele Burger-Restaurants öffnen, die Nischenmärkte abdecken oder spezielle Burger anbieten. Für uns ist das positiv, das Burger-Segment insgesamt wächst." Sowohl Edel-Bräter als auch Billig-Ketten setzen den traditionellen Burger-Anbietern wie McDonald's und Burger King zu.

Appetit auf Fast Food wächst immer noch

Deutschland war lange Nachzügler in der so genannten Systemgastronomie. Seit einigen Jahren gewinnen Restaurantketten jedoch stark an Boden, darunter auch einheimische wie der Pasta- und Pizzaanbieter Vapiano. Die Unternehmensberatung Treugast Solution schätzte das Wachstum der Systemgastronomie vor einem Jahr auf vier Prozent jährlich - schneller als die Gastrobranche insgesamt.

Expandieren will die Nummer zwei der Branche auch im Geschäft außer Haus. Derzeit werde Lieferservice in 170 Restaurants angeboten. Es habe anfänglich Bedenken bei den Franchisenehmern gegeben, dass dies auf Kosten der Verkäufe in den Restaurants gehe. "Aber das ist nicht der Fall", sagte Baron. "Der Lieferservice bedeutet zusätzliches Wachstum."

Umdenken bei Mc Donald's

McDonald's: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Branchenprimus McDonald's hat in den letzten drei Jahren viele seiner Filialen umgebaut und optisch aufgepeppt. Ein digitales Bestellsystem mit Touchscreen-Terminals und Tischservice eingeführt, um das Tempo zu erhöhen.

Auf dem US-Heimatmarkt stellte der Fast-Food-Riese das Menü neu auf, führte ein ganztägiges Frühstück ein und startete eine Frischfleisch-Offensive. Mit dem Verzicht auf Antibiotika-Hühnerfleisch oder Öko-Experimenten mit Grünkohl und Spinat bemühte sich der Konzern zudem um ein gesünderes Image. Denn der Fastfood-Riese hat im Trend zu Bio-Essen und steigendem Gesundheitsbewusstsein bei vielen Kunden einen schweren Stand. Die McDonald's-Aktie erholte sich. Seit Jahresbeginn tritt der Titel aber auf der Stelle.

Ähnlich erging es zuletzt den Aktien der Burger-King-Mutter Restaurants Brands. Sie kamen in diesem Jahr kaum vom Fleck, nachdem sie 2016 und 2017 gut 50 Prozent zugelegt hatten.

nb

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Am Anfang von McDonald's stand nicht etwa der Burger - sondern der Hot Dog. Hackfleisch galt um 1900 als Arme-Leute-Essen. Die Menschen waren misstrauisch, ob Gehacktes nicht verrottet und voller Chemikalien war. Im Essens-Ranking kamen Burger in den 20er Jahren noch hinter Spinat. Als Richard ("Dick") und Maurice ("Mac") McDonald 1937 ihr erstes Drive-in-Restaurant in Pasadena eröffneten, standen deshalb auch Hot Dogs und nicht Burger auf der Speisekarte.