Warren Buffett
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"Kaum Unternehmen zu vernünftigen Kaufpreisen" Warren Buffett im Anlagenotstand

Stand: 25.02.2018, 14:01 Uhr

US-Starinvestor Warren Buffett ist verzweifelt: Gerne würde er Geld für eine neue Großübernahme ausgeben, findet aber derzeit nichts. 2017 bescherte die US-Steuerreform seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway einen Gewinnsprung.

Knapp 45 Milliarden Dollar verdiente Buffetts Firma im vergangenen Jahr. Das ist ein Zuwachs von stolzen 87 Prozent. Alleine im vierten Quartal verfünffachte sich der Gewinn auf 32,55 Milliarden Dollar. Berkshire Hathaway profitierte dabei enorm von Donald Trumps Steuerreform, durch die die Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent gesenkt wurden.

Schwaches Versicherungsgeschäft belastet Ergebnis

Im Tages-Geschäft lief es dagegen nicht so rund. Das operative Ergebnis brach um 18 Prozent auf 14,46 Milliarden Dollar ein. Grund war die defizitäre Versicherungssparte, die unter den Wirbelstürmen "Harvey", "Irma" und "Maria" litt.

Dennoch wuchs der Geldberg, auf dem Börsenguru Buffett sitzt, von 86,4 Milliarden auf rund 116 Milliarden Dollar. Diese überschüssigen Mittel würde Buffett gerne für größere Übernahmen einsetzen, um seine Gesellschaft unabhängiger vom schwierigen Versicherungsgeschäft zu machen.

Buffett findet keine geeigneten Übernahmeziele

Dem US-Investor gehen jedoch zunehmend die Übernahmeziele aus. Es gebe kaum noch etwas zu einem vernünftigen Preis, beklagte das "Orakel von Omaha" in seinem Jahresbrief an die Berkshire-Aktionäre. "Erst wenn wir unsere überschüssigen Mittel in produktivere Anlagen investiert haben, wird unser Lächeln wieder breiter", schrieb er. Der letzte große Deal war der Kauf des Flugzeugzulieferers Precision Castparts für 32,1 Milliarden Dollar vor zwei Jahren.

Berkshire hält bedeutende Anteile an Coca-Cola, dem Finanzdienstleister Wells Fargo, der Bank of America, der Fluggesellschaft Delta Airlines und der Kreditkarten-Firma American Express. 2016 war die US-Investorenlegende auch bei Apple eingestiegen. Inzwischen ist es mit 28 Milliarden Dollar seine wertvollste Beteiligung.

Die Aktien von Berkshire Hathaway sind auf Jahressicht um gut 20 Prozent gestiegen. Erstmals kletterten sie auf über 300.000 Dollar und erreichten mit 326.350 Dollar Ende Januar ein Rekordhoch. Danach rutschten die Titel aber etwas ab.

nb

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Wie sich Warren Buffetts Depot verändert Neuester Stand Ende 2017

<b>Apple</b><br />Wertvollster Posten im Depot von Warren Buffett und seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist seit dem vierten Quartal 2017 der iPhone-Hersteller Apple. Seit der letzten Erhebung der SEC ist der Bestand um 31,2 Millionen Titel auf jetzt 165,3 Millionen gestiegen. Das Paket hatte zum Stichtag 31. Dezember einen Wert von 27,98 Milliarden Dollar - mehr als jeder andere Anteil von Berkshire Hathaway.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Apple
Wertvollster Posten im Depot von Warren Buffett und seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist seit dem vierten Quartal 2017 der iPhone-Hersteller Apple. Seit der letzten Erhebung der SEC ist der Bestand um 31,2 Millionen Titel auf jetzt 165,3 Millionen gestiegen. Das Paket hatte zum Stichtag 31. Dezember einen Wert von 27,98 Milliarden Dollar - mehr als jeder andere Anteil von Berkshire Hathaway.