Lässt sich nicht in die Karten schauen: Warren Buffett

So lief Berkshires zweites Quartal Buffett: Nur Bares ist Wahres?

Stand: 09.08.2020, 10:19 Uhr

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat ihre Barreserven in der Corona-Krise abermals kräftig erhöht. Der Geldberg, auf dem der 89-jährige Staranleger sitzt, ist so hoch wie nie zuvor.

Berkshires Barreserven stiegen um gut zehn Milliarden auf den Rekordbetrag von 146,6 Milliarden US-Dollar (124,4 Milliarden Euro), wie aus dem jüngsten Geschäftsbericht von Berkshire Hathaway hervorging. Damit steigt der Anlagedruck auf den wegen seines Riechers für lukrative Investments "das Orakel von Omaha" genannten Börsengurus weiter. Die Finanzmärkte warten schon lange auf Buffetts nächste Mega-Übernahme. Doch anders als in früheren Krisen hielt er sich - abgesehen von einem größeren Erdgas-Deal - in der Pandemie zurück.

Statt die enormen Cash-Bestände von Berkshire Hathaway in Beteiligungen oder Zukäufe zu investieren, setzte Buffett zuletzt immer stärker auf Aktienrückkäufe zur Kurspflege. In den drei Monaten bis Ende Juni wurde dafür der Rekordbetrag von 5,1 Milliarden Dollar aufgewandt. Das Tagesgeschäft litt derweil weiter unter der Krise.

Mehr Gewinn dank Kurserholung

Das Betriebsergebnis des Konglomerats, zu dem an die 90 Unternehmen und etliche große Aktienbeteiligungen gehören, ging im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) zurück. Der Überschuss von Berkshire schoss derweil dank der Kurserholung an den Börsen von 14,1 Milliarden auf 26,3 Milliarden Dollar in die Höhe.

Beim Nettoergebnis müssen allerdings auch unrealisierte Investmentgewinne und -Verluste ausgewiesen werden. Deshalb schwankt diese Kennziffer stark und ist als Gradmesser für den tatsächlichen Geschäftsverlauf relativ ungeeignet. Zum Vergleich: Im Vorquartal hatte es hier noch ein Rekordminus von 50 Milliarden Dollar gegeben.

Seit Ende 2018 schlägt sich die Aktie von Berkshire schlechter als der breite US-Markt: Einem Anstieg von drei Prozent in diesem Zeitraum bis einschließlich Freitag steht ein Plus von 34 Prozent beim S&P 500 entgegen.

ts/dpa-AFX/rtr