Tanklastwagen mit der Aufschrift des Unternehmens Brennta

Starkes Nordamerika-Geschäft Brenntag - kommt jetzt der Trump-Effekt?

Stand: 08.11.2017, 09:42 Uhr

Der Chemikalienhändler Brenntag aus Nordrhein-Westfalen macht einen Großteil seiner Geschäfte in den USA. Dort läuft es inzwischen wieder rund für den MDax-Konzern. Trumps Steuerreform könnte noch mehr Schub bringen.

Brenntag ist Weltmarktführer. Der Chemikalienhändler verteilt die chemischen Grundstoffe, die Konzerne wie BASF und Bayer herstellen, in die ganze Welt. Damit verdient Brenntag Milliarden. Nach einem guten dritten Quartal bleibt der MDax-Konzern in der Spur zu seinen Jahreszielen.

Gute Geschäfte in allen wichtigen Marktregionen verhalfen dem Unternehmen zwischen Juli und September zu einem Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Vor allem aber Nordamerika konnte Brenntag aufdrehen. Damit scheint Brenntag den Hurrikan Harvey gut wegzustecken, der den Vorstandsvorsitzenden noch im September zu einem Hinweis auf mögliche Folgen für das US-Geschäft veranlasst hatte. Auch der Brenntag-Rivale Univar aus den USA hatte noch am Freitag noch erklärt, dass negative Auswirkungen von Harvey belasten.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um fünf Prozent auf 216 Millionen Euro. Das war auch mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Unter dem Strich blieben knapp 101 Millionen Euro hängen - vor einem Jahr hatte der Konzern hier rund 93 Millionen Euro ausgewiesen. Brenntag-Chef Steven Holland lobte das starke dritte Quartal und bestätigte daher die Gesamtjahresprognose.

Steven Holland, CEO Brenntag

Steven Holland: "Starkes Quartal". | Quelle: Unternehmen

»Alle Regionen haben zu diesem Ergebnis beigetragen und zeigten positives Wachstum. Insbesondere Nordamerika hat mit einem sehr guten Ergebnis und einem starken organischen Wachstum überzeugt. Wir sind mit dieser überzeugenden Entwicklung des Konzerns im dritten Quartal zufrieden.«

Brenntag-Chef Steven Holland

Hilft Trump?

An der Börse kommt das Zahlenwerk an. Die Brenntag-Aktie ist mit über fünf Prozent Kursplus bester MDax-Wert. Analysten sind ebenfalls zufrieden. Die Investmentbank Equinet erneuerte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 53 Euro. Der Chemikalienhändler habe positiv überrascht, schrieb Analyst Dustin Mildner in seiner Studie. Insbesondere das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe die Erwartungen übertroffen. Auf regionaler Ebene habe das Unternehmen in Nordamerika unerwartet gut abgeschnitten.

Die US-Bank Citigroup hatte jüngst ebenfalls ihre Kaufempfehlung erneuert mit Kursziel 60 Euro. Die Steuerreform des US-Präsidenten Donald Trump könnte neben Bunzl und Ashtead auch dem deutschen Chemikalienhändler geschäftlich Auftrieb geben, schrieb Analyst Marc van't Sant in einer Studie vom Freitag.

bs