Airbus Group Schriftzug in Ottobrunn

Klimafreundliche Energie Brennstoffzelle: Airbus und ElringKlinger kooperieren

Stand: 15.10.2020, 07:28 Uhr

Der Zulieferer ElringKlinger und der Flugzeugbauer Airbus wollen künftig gemeinsam Brennstoffzellen für die Luftfahrt entwickeln. Dazu solle noch in diesem Jahr ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Brennstoffzellen gelten als wichtige Energiequelle der Zukunft.

Elringklinger hatte bereits sogenannte Stacks, also Stapel von miteinander verbundenen Zellen, an Airbus geliefert. Für das Gemeinschaftsunternehmen werde man nun seine Technologie zur Verfügung stellen, hieß es. Airbus zahlt im Gegenzug den Angaben zufolge einen niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Zudem liefere ElringKlinger künftig die für die Entwicklung nötigen Komponenten zu. Airbus hatte kürzlich angekündigt, bis 2035 ein Flugzeug mit einem mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenantrieb bauen zu wollen. Nötig sind laut Airbus Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich

ElringKlinger-Brennstoffzelle

ElringKlinger-Brennstoffzelle. | Bildquelle: Unternehmen

An dem neu zu gründenden Unternehmen wird ElringKlinger eine Minderheitsbeteiligung halten, die restlichen Anteile liegen bei Airbus, teilte das Unternehmen mit. "Insgesamt können durch Brennstoffzellen die Emissionen in der Luftfahrt enorm reduziert werden", sagt Stefan Wolf, Vorstandschef von Elringklinger.

Auch MTU arbeitet daran

Auch der Triebwerksbauer MTU sieht Wasserstoff schon heute als Alternative für den Flugzeugantrieb. "Er sollte als Treibstoff sofort eingesetzt werden", sagte MTU-Technikvorstand Lars Wagner vor einigen Tagen gesagt. Umgewandelt in einen Kraftstoff, könnte Wasserstoff sofort in bestehenden Flugzeugen und Triebwerken verwendet werden.

Langfristig setzt MTU auf die Umwandlung von Wasserstoff in Strom mit einer Brennstoffzelle. Aber hier sei die Entwicklung noch am Anfang, so Wagner. Doch ohne Fördermittel werde es nicht gehen: "Die Realisierung der neuen Technologien und damit das Erreichen der Klimaziele steht und fällt mit einer entsprechenden finanziellen Förderung - auf nationaler wie europäischer Ebene", ergänzte MTU-Experte Stefan Weber.

Montage der Niederdruckturbine für das Triebwerk GP7000 bei der MTU Aero Engines in München.

MTU Aero Engines. | Quelle: Unternehmen

Klimafreundliche Energieversorgung?

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung, da bei der Nutzung keine Treibhausgase entstehen. Allerdings muss zur Herstellung zunächst mit großem Energieaufwand Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden.

Klimaschonend ist dies nur, wenn dazu wiederum Strom ohne oder mit nur minimalen Treibhausgas-Emissionen während der Erzeugung verwendet wird, also zum Beispiel aus Sonne oder Wind. ElringKlinger soll an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen eine Minderheitsbeteiligung halten, Airbus den Rest. Über weitere Details sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Die üblichen rechtlichen Genehmigungen für das Vorhaben stünden noch aus.

ts