Daimler Zentrale in Untertürkheim, Stuttgart

Dem Verlust gerade so ausgewichen Bremsspuren bei Daimler

Stand: 29.04.2020, 09:15 Uhr

Der weltweite wirtschaftliche Abschwung hat auch vor Daimler keinen Halt gemacht. Nur knapp konnte der Autobauer einem Verlust im ersten Quartal ausweichen. Für das zweite Quartal rechnet der Konzern mit roten Zahlen.

Daimler Konzernzentrale

Daimler. | Bildquelle: picture alliance/Marijan Murat/dpa

Die Corona-Krise hat bei Daimler unter dem Strich für einen herben Gewinneinbruch gesorgt und den Autobauer nur knapp an einem Verlust vorbeischrammen lassen. Im ersten Quartal stürzte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf nur noch 94 Millionen Euro ab, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch rund 2,1 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz ging im Vergleich dazu nur leicht um sechs Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zurück. Daimler hatte im ersten Quartal nur 644.300 Autos und Nutzfahrzeuge verkaufen können. Das waren 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Erste vorläufige Zahlen hatte der Konzern bereits vergangene Woche veröffentlicht.

Verlust im zweiten Quartal

Der Pkw- und Lkw-Bauer rechnet für das zweite Quartal mit einem Verlust. Aufgrund der stillstehenden Produktion und der deutlich gesunkenen Nachfrage dürfte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im laufenden Dreimonatszeitraum negativ ausfallen, sagte Daimler-Finanzchef Harald Wilhelm am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Daimler rechnet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr auf allen Märkten und in allen Segmenten mit deutlichen Rückgängen der Nachfrage.

Strategie für die Krise

Daimler Zentrale in Untertürkheim, Stuttgart

Daimler: Produktion in Deutschland wieder angelaufen. | Bildquelle: imago images / Arnulf Hettrich

Konzernchef Ola Källenius sagte am Mittwoch bei der Präsentationen der Quartalszahlen, dass die kommenden Monate kompliziert für das Unternehmen bleiben dürften. Das Unternehmen habe aber weniger wichtige Investitionen gekürzt, erklärte der Finanzchef Harald Wilhelm. Immerhin: In China sei man in der Produktion schon beinahe am Normalniveau angelangt. Die Corona-Maßnahmen in Deutschland stellten keine große Gefahr für die Produktion dar, sagte Källenius. Seit Montag hat der Autobauer die Produktion in Deutschland wieder anlaufen lassen.

Aktie startet im Plus

Am Mittwochmorgen notiert die Daimler-Aktie im frühen Handel leicht im Plus. Für Anleger ein Tropfen auf den heißen Stein. Schon länger befindet sich der Titel im Abwärtstrend, die Corona-Krise tat ihr Übriges. Der Titel notierte Mitte März bei gerade einmal rund 22 Euro – tiefer ging es bisher nur während der weltweiten Finanzkrise 2009.

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ms/dpa-AFX