BP North Star Ölstation in North Slope, Alaska, USA

Veräußerung von Konzernteilen BP zieht sich aus Alaska zurück

Stand: 28.08.2019, 10:34 Uhr

BP will sich neu aufstellen, seine Abhängigkeit vom Ölgeschäft reduzieren und gleichzeitig seine Bilanz stärken. Dazu hat der britische Konzern nun sein Alaska-Geschäft verkauft.

Dabei hat sich BP vom Ölfeld Prudhoe Bay und der Trans Alaska Pipeline getrennt und dieses Geschäft für 5,6 Milliarden Dollar an den in dem US-Bundesstaat ansässigen Öl- und Gaskonzern Hilcorp verkauft. Die Transaktion ist Teil der Strategie innerhalb von zwei Jahren Konzernteile im Wert von zehn Milliarden Dollar abzugeben, um die Bilanz zu stärken und sich die Möglichkeit zu eröffnen in alternative Energie zu investieren.

Alaska sei deutlich mehr als ein halbes Jahrhundert lang wichtig für BPs Wachstum und Erfolg gewesen, verkündete Konzernchef Bob Dudley. Doch BP wolle sich jetzt neu aufstellen - und mittlerweile gebe es andere Gelegenheiten, sowohl in den USA als auch rund um die Welt, "die besser zu unserer langfristigen Strategie passen", sagte Dudley. Deshalb werde BP ständig umgebaut.

Der britische Branchen-Gigant beschäftigte in Alaska zuletzt nach eigenen Angaben rund 1.600 Mitarbeiter. Über deren Zukunft solle so schnell wie möglich Klarheit geschaffen werden, verspricht der Konzern.

Nachtaufnahme von einer BP-Tankstelle

BP-Tankstelle. | Bildquelle: Unternehmen

Tankstellennetz bleibt

An seinem Tankstellennetz, besonders in Deutschland, will BP aber festhalten. Unter der Marke Aral betreiben die Briten hierzulande knapp 2.400 Tankstellen und haben beim Treibstoffverkauf einen Marktanteil von etwa 21 Prozent.

Daran soll sich auch dann nichts ändern, wenn in Deutschland wie geplant bis zum Jahr 2030 rund zehn Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen würden. Denn auch dann müssten immer noch 30 bis 35 Millionen private Fahrzeuge mit klassischen Energieträgern versorgt werden, sagte der Chef von BP Europa, Wolfgang Langhoff. Er geht für lange Zeit von einem Nebeneinander von Batterie und flüssigem Treibstoff für den Autoantrieb aus.

Aktie unbeeindruckt von gutem Ergebnis

Im zweiten Quartal hatte BP mit einem höher als erwarteten Ergebnis für Überraschung gesorgt. Der bereinigte Gewinn blieb mit 2,8 Milliarden Dollar stabil. Experten hatten hingegen mit einem Rückgang gerechnet. Das robuste operative Geschäft wurde BP zufolge durch niedrige Ölpreise gedämpft. Im ersten Quartal dieses Geschäftsjahres hatte das Unternehmen wegen schwacher Ölpreise noch deutlich mehr Abstriche hinnehmen müssen.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern übertraf mit 5,16 Milliarden Dollar ebenfalls die Erwartungen von Analysten. Die Produktion zog um vier Prozent und somit stärker als erwartet an. Für die Bewältigung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko aus dem Jahr 2010 fielen 1,4 Milliarden Dollar nach Steuern an.

Die Aktionäre zeigen sich bisher unbeeindruckt. Trotz guter Bilanzen und der jüngsten Verkaufsmeldung in Alaska hat sich die BP-Aktie bisher nur unwesentlich von ihrem Jahrestief erholt, notiert damit immer noch knapp 20 Prozent unter dem im April erreichten Jahreshoch bei 582,50 Pence.

lg/rtr/dpa