Öl

Nachtaufnahme von einer BP-Tankstelle

Gut, aber nicht gut genug BP: Back to Black

Stand: 07.02.2017, 13:16 Uhr

Schwarzes Gold, schwarze Zahlen – das passt doch. Der britische Ölkonzern BP hat den Sprung zurück in die Gewinnzone geschafft. Aber den Analysten reicht das nicht.

BP

BP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,38
Differenz relativ
+0,66%

Sie hatten mit einem um Sonderposten bereinigten Ergebnis zu Wiederbeschaffungskosten – ohne Lagerbestandsveränderungen und Bewertungseffekte – in Höhe von 560 Millionen Dollar im abgelaufenen Quartal gerechnet. Geliefert hat BP aber nur 400 Millionen Dollar.

Entsprechend enttäuscht reagieren die Anleger. Die BP-Aktie fällt auf Xetra bis auf 5,39 Euro zurück – das ist der tiefste Stand des noch jungen Börsenjahres. Sie baut damit ihr Jahresminus auf rund neun Prozent aus.

Mini-Gewinn nach Riesen-Verlust

Unterm Strich stand im vierten Quartal wieder ein Gewinn von 497 Millionen US-Dollar nach einem Verlust von 3,3 Milliarden im Vorjahr in den Büchern.

Auch im Gesamtjahr schaffte BP die Rückkehr in die Gewinnzone: Nach einem Verlust von knapp 6,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahr verbuchte BP für 2016 einen Gewinn von 115 Millionen US-Dollar.

Einfach zu teuer

Größtes Problem bei BP: Die Produktion ist einfach zu teuer. So reicht der Ölpreis trotz des jüngsten Anstiegs immer noch nicht aus, um die Investitionen und Dividenden an die Aktionäre zu finanzieren.

BP schafft dies wohl nach eigenen Angaben erst zum Jahresende – und auch nur wenn der Ölpreis noch weiter auf ein Niveau von 60 Dollar steigt. Bislang hatte BP für 2017 mit schwarzen Zahlen bei einem Ölpreis von 50 bis 55 Dollar gerechnet.

"Sie sind derzeit das einzige Unternehmen, das seinen Breakeven-Punkt anhebt", sagte Branchenexperte Iain Reid vom Finanzhaus Macquarie.

Deepwater Horizon lässt BP nicht los

Doch auch eine Altlast aus dem Jahr 2010 macht dem britischen Energieriesen immer noch zu schaffen: Wie schon 2015 war auch 2016 das Ergebnis durch hohe Kosten im Zusammenhang mit der Katastrophe der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko belastet.

Brennende BP-Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko

Deepwater Horizon beschäftigt die BP-Anleger immer noch . | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Gesamtkosten belaufen sich derzeit nach Unternehmensangaben auf knapp 63 Milliarden Dollar vor Steuern.

ag