Bond-Plakat-Ausschnitt

Aktie bricht ein Bond-Verschiebung: Cineworld macht Kinos dicht

Stand: 05.10.2020, 10:20 Uhr

Der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber Cineworld schließt vorübergehend alle Kinos in Großbritannien und Irland. Der jüngste Rückschlag für die Branche war die Verschiebung des neuen 007-Streifens - offenbar ein Rückschlag zu viel.

Die Titel von Cineworld knickten zeitweise um mehr als 50 Prozent ein, erholten sich dann aber teilweise wieder. Cineworld teilte die Schließung heute mit. Betroffen seien rund 45.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreibt in Großbritannien und Irland 128 Kinos mit 1.180 Leinwänden. Cineworld hatte den Schritt am Wochenende angedeutet und ihn unter anderem mit fehlenden Filmpremieren begründet. Erst kürzlich wurde der neue "James Bond"-Film erneut verschoben und wird nun erst im Frühjahr 2021 gezeigt.

Ohne mögliche Kassenschlager wie der neue James-Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" ("No Time To Die") sei die Branche nicht überlebensfähig, hatte die "Sunday Times" zuvor unter Berufung auf ein Schreiben von Cineworld berichtet.

Branche kämpft ums Überleben

Agent 007 war die Hoffnung für die Kinobranche im von der Coronapandemie geprägten Jahr. Nach der Wiedereröffnung von Kinos kamen die Zuschauer aufgrund von Corona-Auflagen nur zögerlich wieder in die Lichtspielhäuser. Große Ketten wie Cineworld oder AMC Entertainment haben bereits angekündigt, sich anderweitig Geld besorgen zu müssen, da nicht genug in die Kassen kommt. Kleine und mittelgroße Kinobetreiber fürchten gar ums Überleben.

Die Verschiebung des eigentlich für November geplanten Kinostarts des neuen James Bond auf Anfang April 2021 ist der jüngste Rückschlag für die Branche. Zuvor wurden bereits Fortsetzungen von "Top Gun" mit Tom Cruise oder der erfolgreichen Reihe "Fast & Furious" auf das Frühjahr verlegt. Auch "West Side Story" von Steven Spielberg oder die Comic-Verfilmung "Black Widow" mit Scarlett Johansson sollen erst im nächsten Jahr in die Kinos kommen.

Die Filmstudios hoffen dann auf mehr Zuschauer. Einige neue Filme wurden allerdings erst gar nicht in Kinos gezeigt, sondern direkt über Streamingdienste wie Netflix oder Amazon ausgestrahlt.

ts/rtr