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Wertvollstes IPO aller Zeiten möglich Börsenpläne von Finanzkonzern Ant werden konkreter

Stand: 25.08.2020, 15:23 Uhr

Der Finanzarm der weltgrößten chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba plant einen der größten Börsengänge der Geschichte. Die Ant-Gruppe des Milliardärs Jack Ma beantragte am Dienstag ein Doppellisting in Hongkong und Shanghai.

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Der Börsengang soll weit mehr als 20 Milliarden US-Dollar (16,9 Milliarden Euro) an frischem Kapital bringen. Laut Medienberichten zufolge könnten es sogar 30 Milliarden Dollar werden. Damit wäre es der größte Börsengang aller Zeiten.

Den bisherigen Rekord hält der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco, der im vergangenen Jahr 29,4 Milliarden Dollar einsammelte. Auf den Plätzen folgen mit 25 Milliarden Dollar Alibaba (2014) und die japanische Softbank, die 2018 rund 21 Milliarden Dollar einspielte.

Wertvollstes Fintech-"Einhorn"

Der Börsengang könnte zu einer Bewertung von mehr als 200 Milliarden Dollar führen. Kein anderes Fintech-Unternehmen wird derart hoch bewertet. Mit Alipay betreibt der Finanzdienstleister den in China weit verbreiteten, größten mobilen Bezahldienst. Angeboten werden auch Kredite, Versicherungen und Vermögensverwaltung.

Den Markt teilt sich Alipay mit der Konkurrenz von Wechat-Pay des chinesischen Internetkonzerns Tencent. Das Milliardenvolk bezahlt heute in Geschäften meist nur noch mit dem Handy, indem ein Code eingescannt wird - sei es "Weixin" für Wechat oder "Zhifubao" für Alipay. Auch in Europa wird Alipay von Tausenden Einzelhändlern akzeptiert, um chinesische Touristen anzulocken.

In Deutschland bieten die Drogerieketten dm und Rossmann sowie die WMF-Gruppe, der Kaufhof oder der Flughafen München die Zahlung mit Alipay auf dem Handy an.

Die US-Börsen bleiben außen vor

Mit Hongkong und Shanghai umgeht die Ant Gruppe die großen amerikanischen Börsen - eine Neuerung für ein derart großes chinesisches Technologieunternehmen. In Shanghai geht Ant Group an die neue Technologiebörse Star, das chinesische Gegenstück zur Nasdaq in den USA. Das Vorgehen wird auch vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen zwischen China und den USA gesehen. Nach einigen Skandalen wollen die US-Aufsichtsbehörden chinesischen Unternehmen künftig auch tiefer in die Bücher schauen als bisher.

"Die Börsengänge werden dem Unternehmen helfen, sein Ziel der Digitalisierung der Dienstleistungsindustrie in China und der wachsenden heimischen Nachfrage zu beschleunigen", teilte die Ant Gruppe zu ihrem Börsengang mit. Auch wolle sich das Unternehmen besser für die Entwicklung globaler Märkte positionieren und mehr in Technologie und Innovation investieren. Allerdings werden keine weiteren Details genannt - weder zur Preisspanne noch dazu, was das Unternehmen mit dem Gang aufs Parkett erlösen will.

Weitverzweigtes Bezahlnetz

Der Umsatz des mobilen Bezahldienstes Alipay wurde in dem Antrag an die Börse in Hongkong nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg mit 118 Billionen Yuan (14,4 Billionen Euro) in den zwölf Monaten bis Juni angegeben. Die App hat demnach 711 Millionen monatliche Nutzer - eine Milliarde insgesamt. Mehr als 80 Millionen Händler benutzten die Alipay-App zudem, um Geschäfte zu tätigen, hieß es weiter. Die Ant Gruppe stehe in Partnerschaft mit mehr als 2000 Finanzinstituten.

AB/rtr/dpa-AFX