Index

Rüstungs-, Glücksspiel- und Tabak-Aktien ausgeschlossen Börsenindex für Katholiken

Stand: 23.08.2015, 17:01 Uhr

Immer mehr Anleger investieren ihr Geld nach ethischen Gesichtspunkten. Um diesem Trend gerecht zu werden, hat S&P einen Katholiken-Index geschaffen. Er schließt mehrere Branchen aus. Dennoch dürfte der Index Papst Franziskus nicht ganz zufriedenstellen.

Der S&P 500 Catholic Values Index orientiert sich an den Vorgaben der katholischen US-Bischofskonferenz zum sozial verantwortungsvollen Investieren. Er berücksichtigt rund 90 Prozent der im Börsenindex S&P 500 abgebildeten Firmen.

Boeing und Pfizer ausgeschlossen

Ausgeschlossen sind Aktien von Rüstungs-, Glücksspiel-, Tabak- und Porno-Firmen. Ebenfalls tabu sind Papiere von Pharmakonzernen, die mit Stammzellforschung zu tun haben. Zu den großen börsennotierten Konzernen, die demnach nicht den katholischen Wert entsprechen, gehören Pfizer, Merck & Co und der Flugzeugbauer Boeing, der auch in der Rüstung tätig ist.

Öl-Aktien aber zugelassen

Zugelassen sind hingegen Öl- und Gas-Aktien. So ist der Energie-Riese Exxon Mobil einer der Schwergewichte im Katholiken-Index. Dabei hatte Papst Franziskus kürzlich in einem Brief an die Bischöfe die "umweltschädlichen fossilen Brennstoffe" verteufelt. Sie müssten schrittweise unverzüglich ersetzt werden, verlangte er. Insofern steht der Katholiken-Index von S&P teilweise im Widerspruch zu den aktuellen Vorgaben des Vatikans.

In katholischen Kreisen wurde freilich der Index von S&P begrüßt. Es sei wichtig, dass Investoren jetzt einen repräsentativen Maßstab für die Entwicklung der S&P-500-Firmen haben, die sich an den Richtlinien der Bischofskonferenz halten, lobte Seamus Finn vom Fonds OIP. Dieser betreibt Investments für rund 200 römisch-katholische Organisationen.

nb