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Weichenstellungen für die Zukunft IPO von VW-Truck-Tochter nimmt Fahrt auf

Stand: 23.11.2018, 09:33 Uhr

Nicht nur in Sachen Digitalisierung muss der Wolfsburger Autobauer die Weichen für die Zukunft stellen. Auch der geplante Börsengang der LKW-Sparte Traton wirft seine Schatten voraus. Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten.

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Denn mit einer Bewertung von 20 Milliarden Euro dürfte der geplante IPO einer der größten der letzten Jahre werden. Traton mit den Konzernmarken Scania, MAN und Volkswagen ist mit 81.000 Beschäftigten und 24 Milliarden Euro Umsatz einer der weltgrößten LKW-Hersteller.

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, will der Aufsichtsrat noch im Dezember über den Börsengang beraten. Zunächst aber, so heißt es weiter, soll das Gremium nur über den Stand der Dinge informiert werden.

Familien Porsche und Piech in den Aufsichtsrat

Auf der Sitzung dürfte auch festgezurrt werden, dass die VW-Eigentümerfamilien Piech und Porsche in den Aufsichtsrat von Traton einziehen werden. Das Land Niedersachsen hingegen schickt nur einen Statthalter.

Andreas Renschler

Andreas Renschler. | Quelle: picture-alliance/dpa

Spartenchef Andreas Renschler hat im Vorfeld das Unternehmen bereits für den Gang an die Börse umgebaut. So wurde der Getriebehersteller Renk sowie der Maschinenbauer MAN Turbo schon auf den VW-Konzern rückübertragen. Zudem muss die neue Gesellschaft noch in eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht, eine SE, überführt werden. Von VW gab es keine Stellungnahme zu dem Medienbericht.

Einstieg beim Digital-Spezialisten

Offiziell bekannt gegeben hat VW hingegen den Einstieg beim Digitaldienstleister Diconium aus Stuttgart. Erworben werden 49 Prozent für einen nicht genannten Preis vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung, erklärte Christoph Hartung, Leiter Mobilitätsdienste.

Ein weiteres Stück Zukunft, nachdem der Konzern zuletzt eine strategische Partnerschaft mit dem US-Softwareriesen Microsoft eingegangen und Investitionen von 44 Milliarden Euro für Digitalisierung, autonomes fahren und E-Mobilität in den kommenden fünf Jahren angekündigt hatte.

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Mit dem Zukauf will VW seinen Kunden künftig vollvernetzte Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die eine Vielzahl digitaler Dienste anbieten können. Zusammen mit dem Start der elektrischen ID-Modellserie sollen dann auch kabellose Updates über eine Funkschnittstelle möglich sein. Gedacht ist unter anderem an Bezahlfunktionen oder Informationen für das Laden von E-Autos.

Microsoft soll dabei helfen, die „Volkswagen Automotive Cloud“ zu entwickeln, die dann alle digitalen Dienste des Konzerns bündelt. Diese Dienste können damit auf die gesamte Flotte ausgeweitet werden. Ab 2020 sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur "dpa" mehr als fünf Millionen VW-Autos vollvernetzt auf den Markt kommen.

Aktie wartet auf Impulse

Digitale Aufbruchsstimmung ist am aktuellen Aktienkurs der im Dax enthaltenen Vorzugsaktie allerdings nicht abzulesen, im Gegenteil. Der Konzern kämpft weiterhin mit dem Dieselskandal, was an der Börse für Zurückhaltung sorgt.

Immerhin hat sich das Papier mit minus 9,3 Prozent seit Jahresbeginn besser gehalten als der deutsche Leitindex. Dieser hat bisher 13,7 Prozent verloren. Am Morgen startet das Papier kaum verändert in den Handel.

rm