Siemens-Techniker bei Arbeiten an Komponenten einer Gasturbine

Anhaltende Spekulationen Börsengang von Siemens-Sparte in der Mache?

Stand: 06.05.2019, 11:35 Uhr

Der Industriekonzern Siemens erwägt Insidern zufolge, die neu gebildete Sparte "Gas & Power" auszugliedern und damit auf einen Gang an den Kapitalmarkt vorzubereiten.

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Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser wolle die Pläne am Dienstag dem Aufsichtsrat unterbreiten und am Mittwoch den Investoren vorstellen, sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Mit einer Ausgliederung ("Carve-out") der gesamten Sparten oder von Teilen davon würde auch eine Fusion mit einem Konkurrenten einfacher. Gas & Power machte zuletzt 18 Milliarden Euro Umsatz mit gut 70.000 Mitarbeitern und bietet Produkte, Lösungen und Services entlang der gesamten Energie-Wertschöpfungskette von der Öl- und Gasproduktion bis zur Stromerzeugung und -übertragung an.

Zur Sparte gehört auch Gas Geschäft mit Gas- und Dampfturbinen, in dem Siemens angesichts eines schrumpfenden Weltmarktes für konventionelle Kraftwerke 6.000 Stellen abbaut. Siemens hat Gas & Power eine operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) von acht bis zwölf Prozent zum Ziel gesetzt. 2017/18 waren es gerade einmal vier Prozent.

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B5 Börse 14.15 Uhr: Spekulationen um Siemens-Sparte (21. März 2019)

"Herausforderungen werden angegangen"

Eine angestrebte Lösung für diesen Bereich sei noch nicht in Sicht, sagte einer der Insider. Verhandelt worden war über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Konkurrenten Mitsubishi Hitachi. Strittig sind aber unter anderem die Mehrheitsverhältnisse: Kaeser will, dass Siemens an der Gasturbinen-Produktion künftig nur noch einen Minderheitsanteil hält. Die Arbeitnehmervertreter sperren sich aber dagegen; sie haben mit solchen Konstruktionen schlechte Erfahrungen gemacht. Das Neugeschäft mit Turbinen ist zwar defizitär, das Wartungs- und Dienstleistungsgeschäft gleicht das aber mehr als aus.

Siemens wollte sich bislang nicht äußern, berichtet Reuters. Ein Sprecher sagte, der Markt für konventionelle Energieerzeugung habe sich nicht verändert. Der Konzern habe aber bereits 2015 angefangen, die damit verbundenen Herausforderungen anzugehen.

Siemens-Chef Joe Kaeser

Siemens-Chef Joe Kaeser. | Bildquelle: Imago

Gas & Power gehört bisher zu den drei "Operating Companies", denen Siemens künftig intern mehr Eigenständigkeit zubilligen will, die aber nicht in einer separaten Gesellschaft gebündelt sind. Das wäre aber nötig, um selbstständig am Kapitalmarkt zu agieren wie die Windkraft-Sparte Siemens Gamesa und der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers. Die Fusion der Zug-Sparte Siemens Mobility mit Alstom war am Widerstand der EU-Kartellbehörden gescheitert.

rtr