Knorr-Bremse

Fahrzeugzulieferer will bald an die Börse IPO von Knorr-Bremse steht bevor

Stand: 15.07.2018, 14:33 Uhr

Die Entscheidung über den lang erwarteten Börsengang des Fahrzeugzulieferers Knorr-Bremse soll im September fallen. Es wird einer der größten dieses Jahres.

"Wenn alle wieder aus dem Urlaub zurück sind, wird das Unternehmen entscheiden, ob und wann ein Börsengang stattfindet", sagte Finanzvorstand Ralph Heuwing der "Börsen-Zeitung". Die Schulferien enden in Bayern am 10. September. Dann könnte es schnell gehen. Der endgültige Beschluss falle bei Aktien-Neuemissionen immer erst zwei bis vier Wochen vor der Platzierung, sagte Heuwing.

Er bekräftigte, dass der Münchner Hersteller von Zug- und Lkw-Bremsen im Zuge eines Börsengangs keine Kapitalerhöhung plane. Der Erlös ginge damit an Mehrheitseigentümer Heinz Hermann Thiele und seine Tochter Julia Thiele-Schürhoff. Das Unternehmen ist mit einem Jahresumsatz von mehr als 6 Milliarden Euro und mehr als 28.000 Mitarbeitern einer der größten Zulieferkonzerne Deutschlands.

Bis zu vier Milliarden schwer

Knorr-Bremse hatte seine Börsenpläne im Frühjahr forciert, dann aber gezögert. Zuletzt hatte es geheißen, die Familie könne bei der Emission 20 bis 40 Prozent ihrer Anteile abgeben. Der Börsengang könnte bis zu vier Milliarden Euro schwer werden und wäre damit einer der größten in diesem Jahr in Deutschland.

Der 77 Jahre alte Thiele will mit dem Börsengang seine Nachfolge regeln: "Es ist der Wunsch von Herrn Thiele, dass professionelle Investoren ein Mitspracherecht bekommen und die Zukunft unabhängig von einzelnen Personen ist", sagte Heuwing.

rtr

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Die nächsten Börsenkandidaten IPO-Pipeline

Govecs Roller

Govecs
Der Elektroroller-Hersteller Govecs will mit seinem Börsengang bis zu 90 Millionen Euro für den Ausbau der Produktion in Polen einsammeln. Das 2009 gegründete Unternehmen aus München legte die Preisspanne für die bis zu 7,5 Millionen Aktien umfassende Emission auf 10,00 bis 12,00 Euro fest. Govecs hat die Zeichnungsfrist für seinen geplanten Börsengang um sechs Wochen verlängert. Der Konzern hofft, damit mehr Investoren für seine Aktien zu begeistern. Anleger haben nun bis zum 8. November Zeit, die Papiere des Münchner Börsenkandidaten zu zeichnen, wie Govecs jüngst mitteilte. "Die Gesellschaft befindet sich aktuell in Verhandlungen mit Kunden und strategischen Partnern, welche bei Abschluss positive Auswirkungen auf das operative Geschäft haben könnten", begründete Firma den ungewöhnlichen Schritt.

Nach dem IPO sollen bis zu 62 Prozent der Anteile im Streubesitz sein. Bis zu 75 Millionen Euro sollen Govecs selbst zufließen, der Rest geht an den bisherigen Hauptaktionär DQuadrat, die Investmentfirma der Eigentümer-Familie des Baukonzerns Wolff & Müller aus Ludwigsburg.