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Elon Musk neuester Coup Börsen-Aus für Tesla?

Stand: 08.08.2018, 07:38 Uhr

Was haben Elon Musk und Donald Trump gemeinsam? Ein Tweet genügt – und die Börse steht Kopf. Der Tesla-Chef sorgt jetzt mit seiner Ankündigung, er wolle Tesla privatisieren, für ordentlich Wirbel.

Musk erwägt nach eigenen Angaben, den Elektroauto-Pionier von der Börse zu nehmen. Er denke über einen solchen Schritt nach, twitterte der Tesla-Chef am Dienstag. Dabei brachte er einen Preis von 420 Dollar je Aktie ins Spiel, was einen Aufschlag von fast 23 Prozent zum Schlusskurs vom Montag bedeuten würde.

Noch nie dagewesen

Das Kursziel von 420 Dollar würde einer Gesamtbewertung von 82 Milliarden Dollar entsprechen. Ein solch dicker Brocken wurde noch nie zuvor von der Börse genommen.

Den bisherigen Rekord hält der texanische Versorger Energy Future Holdings mit 45 Milliarden Dollar. Die Transaktion endete übrigens in der Pleite.

Aktie schnellt in die Höhe

Für Elon Musk, mit 20 Prozent größter Anteilseigner von Tesla, hat sich die spektakuläre Ankündigung zumindest kurzfristig schon einmal gelohnt: Die Tesla-Aktie schoss am Dienstagabend in New York in die Höhe, zeitweise musste sie vom Handel ausgesetzt werden.

Zum Handelsschluss stand sie elf Prozent höher bei 379,57 Dollar - nur wenig von ihrem Rekordhoch entfernt.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
Kurs
338,69
Differenz relativ
-2,57%

"Finanzierung gesichert" – wirklich?

Doch wie will Musk die hohen Kosten, die mit einem Börsen-Aus von Tesla verbunden wären, stemmen? Per Twitter erklärte er lapidar, die Finanzierung eines solchen Vorhabens sei gesichert.

In Wall-Street-Kreisen waren allerdings skeptische Stimmen zu hören, dass ein derartiges Geschäft auf Kredit finanziert werden müsste, weil Tesla immer noch Geld verliere.

Musk äußerte derweil die Hoffnung, dass die derzeit beteiligten Investoren bei Tesla blieben, auch wenn das Unternehmen von der Börse genommen werde. Am Dienstagnachmittag hatte die "Financial Times" über den Einstieg Saudi-Arabiens bei Tesla berichtet. Über seinen Staatsfonds halte das Land mittlerweile drei bis fünf Prozent an Musks Firma.

Raus aus dem Scheinwerferlicht

Weitaus klarer als die Frage der Finanzierung ist das Ziel, das Elon Musk mit der Privatisierung von Tesla verfolgt: Ein derartiger Schritt erlaube es dem Unternehmen, "zu seinem Besten zu wirtschaften, frei von Ablenkung und kurzfristiger Denke", schrieb Elon Musk in einem Mitarbeiterbrief.

Tatsächlich würde Musk sein Unternehmen damit aus dem grellen Scheinwerferlicht der Wall Street nehmen. Es wäre kein Druck mehr da, alle drei Monate Quartalsberichte vorzulegen und sich den kritischen Fragen von Journalisten, Analysten und Short Sellern zu stellen.

Chance oder Gefahr für Tesla?

Dass Elon Musk damit nicht gut klarkommt, hat er bei mehreren Gelegenheiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Seine kommunikativen Ausfälle haben den Tesla-Aktienkurs zeitweise sogar ordentlich belastet.

Fakt ist aber auch: Mit einer Privatisierung würde Musk die Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung arg beschränken. Das könnte letztlich die Zukunft des E-Auto-Pioniers gefährden.

ag

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Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.