Boeing, Corporate Offices

Ein erstes Opfer wehrt sich Boeing wird wegen Absturz verklagt

Stand: 29.03.2019, 07:15 Uhr

Die jüngste Absturz eines Boeing-Flugzeugs in Äthiopien hat ein juristisches Nachspiel. Eine erste Klage ist nun gegen den Konzern eingereicht worden.

Angehörigen eines Todesopfers fordern Schadenersatz wegen eines angeblichen Defekts der Unglücksmaschine vom Typ 737 Max 8. Das geht aus der Klageschrift hervor, die beim US-Bundesgericht für den nördlichen Bezirk von Illinois eingereicht wurde. Eine Stellungnahme von Boeing lag zunächst nicht vor.

Der Konzern steht nach dem Absturz, bei dem insgesamt 157 Menschen ums Leben kamen, massiv in der Kritik. Ende Oktober war bereits ein ebenfalls fast fabrikneues baugleiches Flugzeug in Indonesien abgestürzt, auch hier folgten etliche Klagen.

Laut Unfallermittlern spielte die umstrittene Steuerungssoftware MCAS von Boeing eine entscheidende Rolle beim Absturz in Indonesien. Diese hatte Boeing entwickelt, um auf das veränderte Flugverhalten der relativ neuen Max-Modelle zu reagieren. Wegen des hohen Zeitaufwands einer Neuentwicklung hatte Boeing lieber seine an sich bewährte 737 weiterentwickelt und mit deutlich größeren Triebwerken ausgestattet.

Der unter MCAS laufende Autopilot soll wegen eines defekten Sensors die Nase des Flugzeugs automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Crew vergeblich versuchte, gegenzusteuern. Boeing hatte die Piloten zunächst überhaupt nicht über die Existenz von MCAS informiert. Beim jüngsten Crash in Äthiopien gilt die Software ebenfalls als eine mögliche Ursache. Bei den beiden Abstürzen starben insgesamt 346 Menschen.

Auch an der Börse hinterließ der jüngste Absturz tiefe Spuren. Die Boeing-Aktie notiert inzwischen nur noch bei 374 Dollar, nachdem sie Anfang März noch ein Allzeithoch bei 446 Dollar erreicht hatte.

ME

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