Fertigung der Boeing 777X

Fahrplan erstellt Boeing will wieder produzieren

Stand: 17.04.2020, 08:39 Uhr

Nicht nur in Europa, auch in den USA stellen viele Unternehmen ein baldiges Ende der Corona-Zwangspause in Aussicht. Das gilt auch für den Flugzeugbauer Boeing. Doch das Unternehmen braucht Hilfe vom Staat.

Boeing will die aufgrund der Corona-Krise gestoppte Flugzeugproduktion schon in der kommenden Woche wieder anlaufen lassen. Der Betrieb in den Fabriken in der Region Puget Sound im Bundesstaat Washington solle ab 20. April schrittweise hochgefahren werden, teilte der Airbus-Rivale am Donnerstag (Ortszeit) in Seattle mit.

Zunächst würde die Montage von den Modellen 747, 767 und 777 wieder aufgenommen. Ab dem 23. oder 24. April auch die der 787. Damit sollen rund 27.000 Beschäftigte laut Boeing wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Aktie hebt ab

Wegen der Corona-Pandemie war die Fertigung im vergangenen Monat auf unbestimmte Zeit angehalten worden. Wegen eines seit Januar geltenden Fertigungsstopps bei dem nach zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegten Modells 737 Max wird Boeings Produktion zunächst jedoch stark eingeschränkt bleiben. Auch die 787-"Dreamliner"-Fertigung in South Carolina ruht vorerst weiter. Boeings Aktie reagierte nachbörslich mit einem über achtprozentigen Kurssprung.

Gleichzeitig appellierte Firmen-Chef Dave Calhoun erneut an die US-Regierung und die Bundesstaaten, der Luftfahrtbranche finanziell unter die Arme zu greifen. Die gesamte Branche brauche Hilfen, sagte er. Diese würden der gesamten Industrie zugute kommen, da ein großer Teil davon für Zahlungen an Zulieferer eingesetzt würde, erklärte Boeing.

Boeing braucht 60 Milliarden Dollar

Boeing-Sprecher Gordon Johndroe sagte zuletzt öffentlich, die angeschlagene Branche benötige "mindestens 60 Milliarden Dollar Liquidität". Seinen Appell richtete er an Präsident Donald Trump und den Kongress in Washington.

Laut Bloomberg hat Trump bereits Unterstützung zugesagt: "Wir müssen Boeing schützen, wir müssen Boeing helfen". Zu den angeforderten Staatshilfen sollen nach Angaben des Konzerns auch Garantien für einen 14-Milliarden-Dollar-Kredit gehören. Das Darlehen musste Boeing bereits im März in Anspruch nehmen. Bis die durch die Krise eingebrochenen Passagierzahlen in der Luftfahrt wieder ihr normales Niveau erreichten, würden die Hilfen gebraucht, "um mit dem Druck im Luftfahrtsektor und der Wirtschaft als Ganzes umzugehen", erklärte Boeing.

lg