Raumfahrt

Die Raumkapsel Dragon V2 von SpaceX im Orbit

Nasa vergibt Milliarden-Auftrag Boeing und SpaceX bringen US-Astronauten ins All

Stand: 17.09.2014, 11:48 Uhr

Ersatz fürs Space Shuttles der Nasa: Der Flugzeugbauer Boeing und das Unternehmen SpaceX vom Tesla-Chef Elon Musk bringen die Amerikaner ins All. Das ist ein recht lukrativer Milliarden-Auftrag.

Für die Entwicklung von Transport-Shuttles, die US-Astronauten ab 2017 wieder zur internationalen Raumstation ISS bringen sollen, bekommen die beiden Firmen fast sieben Milliarden Dollar. Die Firma des Tesla-Gründers Musk bekommt davon 2,6 Milliarden Dollar oder 2,0 Milliarden Euro. Boeings Auftrag ist schwerer, er beläuft sich auf 4,2 Milliarden Dollar.

Beide Unternehmen könnten jeweils sechs Missionen durchführen. Boeing will drei Raumschiffe bauen, die jeweils bis zu sieben Personen oder Fracht transportieren können.

Alte Bekannte

Boeing arbeitet schon seit Jahrzehnten im Auftrag der Nasa, betreibt die ISS und betrieb bis 2011 die Space-Shuttle-Flotte, entwickelt die Nasa-Rakete für Erkundungen in die Tiefe des Alls mit. Auch das deutlich kleinere Unternehmen SpaceX fliegt bereits im Auftrag der Nasa, es sorgt seit 2012 für Nachschub, Ausrüstung und Verpflegung der Astronauten der ISS, kann aber bislang keine Menschen transportieren. SpaceX wurde erst 2002 gegründet von dem umtriebigen Milliardär Elon Musk, der auch den Elektroauto-Pionier Tesla als CEO lenkt. In kaum mehr als einem Jahrzehnt hat die Firma aus dem Nichts zwei Raketen, drei verschiedene Triebwerke und eine Kapsel konstruiert.

SpaceX gilt daher als ambitionierter Aufsteiger, der Flugzeug-Gigant Boeing als traditionsreicher, erfahrener und bewährter Partner. Die beiden stünden für "die alte und die neue Raumfahrt", kommentiert ein Journalist auf der Pressekonferenz.

Jubel bei Tesla-Chef Musk: "SpaceX fühlt sich tief geehrt durch das Vertrauen, das die Nasa in uns steckt", sagte Musk. "Es ist ein wesentlicher Schritt auf einer Reise, die uns ultimativ zu den Sternen führen wird, und die Menschheit zur einer Multi-Planeten-Spezies macht. Auch Boeing teilte mit, man fühle sich sehr geehrt.

Finanziell lohnend?

Für Boeing hat der erneute Auftrag sehr hohen symbolischen Wert, urteilt Christian Mayes, Industrieanalyst des Finanzdienstleisters Edward Jones, der die Aktie mit "Hold" bewertet. "Aber finanziell müssen die Leute zurückkommen auf die Erde", sagt Mayes. Die Raumfahrt-Sparte steuert weniger als zehn Prozent zum Konzernumsatz bei. Ein Auftrag im Wert von 4,2 Milliarden Dollar über mehrere Jahre sei daher nicht wirklich ausschlaggebend.

Ähnlich sieht man das wohl an der Börse. Der Zugewinn der Boeing-Aktie ist überschaubar, sie legt heute 1,7 Prozent zu.

bs