Boeing 737 MAX 9
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Folgen der 737-MAX-Krise Boeing fliegt tief in die roten Zahlen

Stand: 24.07.2019, 14:40 Uhr

Vom Überflieger zum Bruchpilot: Das 737-MAX-Debakel hat im abgelaufenen Quartal dem US-Flugzeugbauer einen hohen Milliardenverlust eingebrockt. Der Umsatz brach um über ein Drittel ein. Eine Prognose für das restliche Jahr wagte Boeing nicht.

Nachdem in den ersten drei Monaten des Jahres die Probleme mit der Unglücksflieger-Baureihe nur Schrammen in der Bilanz hinterließen, schlugen sie im zweiten Quartal nun voll durch. Erstmals seit langem machte Boeing Verluste - Milliardenverluste. Unterm Strich stand ein Defizit von mehr als 2,9 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro umgerechnet). Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar gegeben.

Analysten hatten allerdings noch schlechtere Zahlen befürchtet. Sie hatten im Schnitt mit einem Verlust von 3,5 Milliarden Dollar gerechnet. Boeing hatte wegen des Flugverbots schon vor einigen Tagen eine Sonderbelastung von 4,9 Milliarden Dollar nach Steuern für das zweite Quartal angekündigt.

Umsatz bricht weg

Weil Boeing seinen bis dato meistbestellten Flugzeugtyp seit Mitte März nicht mehr ausliefern kann, brach auch der Umsatz ein - um 35 Prozent auf 15,75 Milliarden Dollar. Ursprünglich wollte Boeing in diesem Jahr rund 900 Passagier- und Frachtmaschinen ausliefern. Von diesem Ziel hat sich der Flugzeugbauer längst verabschiedet. Boeing hatte im April seine Prognose für Auslieferungen, Umsatz und Gewinn bereits kassiert.

ARD-Börsenstudio: Dieter Reeg
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Einen neuen Jahresausblick wagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg wegen der hohen Ungewissheit hinsichtlich einer Wiederzulassung der Maschinen nun nicht. Es ist immer noch völlig unklar, wann die technischen Fragen bei der MAX-Reihe gelöst sind und das Flugverbot aufgehoben wird. Einige Experten rechnen damit, dass die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Unglücks-Baureihe den Rest des Jahres am Boden bleiben muss.

Wie lange dauert noch das Flugverbot?

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Boeing ist mit Klagen und Ermittlungen konfrontiert. Der Konzern wird verdächtigt, die 737 MAX wegen des harten Konkurrenzkampfs überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing bestreitet dies zwar, hat aber Pannen eingeräumt. Untersuchungsberichte deuteten auf eine fehlerhafte Steuerungssoftware als Absturzursache hin. Beim Absturz zweier 737-MAX-Flugzeuge im Oktober und März 2018 waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen.

Den Milliardenverlust von Boeing sehen die Anleger gelassen. Die Aktien des US-Flugzeugbauers geben vorbörslich knapp ein Prozent nach. Seit Beginn der Krise Anfang März haben die Titel gut 15 Prozent verloren.

nb

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