Boeing 787
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Mehr Auslieferungen Boeing gewinnt Duell gegen Airbus

Stand: 10.01.2018, 11:41 Uhr

Im Wettstreit der beiden größten Flugzeugbauer hat Boeing erneut die Nase vorn. Im abgelaufenen Jahr lieferte der US-Konzern mehr Maschinen aus als Rivale Airbus. Kleiner Trost: Dem europäischen Flugzeughersteller winkt ein Milliardenauftrag aus China.

Peking wird schon bald 184 A320-Maschinen bestellen. Das kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs im Reich der Mitte an. Zwar wurde noch kein Vertrag unterzeichnet, der Abschluss stehe aber kurz bevor. Die 184 Kurzstrecken-Flugzeuge würden zum Listenpreis mehr als 18 Milliarden Dollar kosten. Die Hersteller gewähren bei solchen Großaufträgen aber hohe Rabatte.

Kopf-an-Kopf-Rennen in China

Macron erklärte, China habe versichert, auch künftig Airbus und den US-Erzrivalen Boeing in gleichem Maße mit Aufträgen zu versehen. Zuletzt hatte China beim Staatsbesuch von Donald Trump 300 Boeing-Flugzeuge geordert. Beim Besuch von Chinas Staatspräsident Xi in Deutschland im Juli war ein Vertrag über die Lieferung von 140 Airbus-Maschinen geschlossen worden.

Die Deals mit China reichten aber wohl nicht, um Boeing zu übertrumpfen. 2017 dürfte Airbus wohl etwas mehr als 1.000 Orders hereinbekommen haben. Erzrivale Boeing kam dagegen auf 1.053 Bestellungen. Sornierungen sind hier noch nicht berücksichtigt.

Auslieferungsrekord für Boeing

Bei den Auslieferungen lag der US-Flugzeugbauer erneut vorn. 2017 übergab Boeing 763 Flugzeuge an die Kunden - so viel wie nie. Airbus dagegen lieferte bis Ende November nur 591 Maschinen aus. Im Dezember wurde laut Insidern der bisherige Auslieferungsrekord von 111 Flugzeugen übertroffen. Damit dürfte der deutsch-französische Konzern mehr als 702 Flugzeuge übergeben haben. Am 15. Januar veröffentlicht Airbus die genauen Zahlen.

Airbus A320 neo

Airbus A320 neo. | Bildquelle: Imago

Ohne die Probleme mit dem Triebwerkshersteller Pratt & Whitney hätte Airbus vielleicht die Nase vorn gehabt. Sie verzögerten die Auslieferungen der A320-neo-Baureihe. Welche Auswirkungen die Korruptionsaffäre bei Airbus auf die Auftragslage hatte, ist unklar.

China soll A380 retten

Zum Flop hat sich der A 380 entwickelt. Airbus wollte einst 45 und mehr vom Riesenvogel pro Jahr produzieren. Bis 2020 sollten bis zu 1.500 A380 verkauft werden. Bislang hat Airbus gerade einmal 317 Bestellungen für die A380-Maschinen erhalten. Davon wurden 221 ausgeliefert. Fast die Hälfte davon nahm Emirates. Ohne die Bestellungen der Fluggesellschaft aus Dubai wäre die Produktion wohl längst eingestellt worden.

Möglicherweise könnte China nun das Sorgenkind retten. Laut Medienberichten hat Airbus China eine industrielle Partnerschaft für den A380 angeboten, die den Kauf des Riesenfliegers attraktiver machen soll. In einem Ausrüstungszentrum für Airbus-Maschinen in China könnten lokale Zulieferer eingebunden werden.

Dreamliner und 737 beflügeln Boeing

Weniger Probleme hat Boeing mit seinem Riesenvogel, dem 787 Dreamliner. 2017 wurden 136 Exemplare des Langstreckenjets ausgeliefert. Am meisten gefragt freilich waren die Mittelstrecken-Flugzeuge des Typs 737. Sie machten mit 529 Exemplaren den Großteil der Bestellungen aus.

Die Aktien von Boeing sind in den letzten zwölf Monaten den Titeln von Airbus davongeflogen. Sie kletterten um 78 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch. Die Aktien von Airbus zogen dagegen "nur" um rund 34 Prozent an, erreichten aber auch ein Rekordhoch. Am Mittwoch geht es um 0,5 Prozent aufwärts.

nb