Boeing 737 MAX 9

Krisenjet Boeing 737 Max: Noch ein Problem

Stand: 19.02.2020, 07:55 Uhr

Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing ist bei seinem nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max auf ein neues Problem gestoßen. In Treibstofftanks wurden Fremdkörper gefunden.

Während der Wartungsarbeiten seien in den Treibstofftanks von mehreren noch nicht ausgelieferten 737-Max-Maschinen Unrat gefunden worden, teilte Boeing am Dienstag (Ortszeit) mit. Dies habe zu einer umfassenden internen Untersuchung und sofortigen Korrekturen im Produktionssystem geführt. 

Der für das 737-Programm zuständigen Manager Mark Jenks bezeichnete die neuen Vorfälle in einem Memo an seine Mitarbeiter als "absolut inakzeptabel". Laut einem Boeing-Sprecher dürften diese allerdings keine Folgen für die Wiedereinführung der 737 MAX haben. Eine Stellungnahme der US-Flugaufsicht FAA lag zunächst nicht vor. 

Potenzielles Sicherheitsrisiko

Das "Unrat-Problem" ist für Boeing indes nicht neu. Der amerikanische Flugzeugbauer hat in der Vergangenheit bei verschiedenen Maschinen - darunter beim KC-46 Tankflugzeug - Probleme mit Materialien und Objekten gehabt, die beim Bau von Arbeitern zurückgelassen worden waren. Dabei kann es sich etwa um Lappen, Werkzeuge oder Metallreste handeln. Diese stellen möglicherweise ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar.

Im vergangenen Jahr berichtete die "New York Times" zudem von ähnlichen Problemen beim Langstreckenjet 787 "Dreamliner". Auch hier sollen Fremdkörper in Flugzeugen gefunden worden seien. Boeing hatte die Vorwürde damals allerdings zurückgewiesen.

Am Boden

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Der Konzern hatte zuletzt zahlreiche 737-Max-Jets auf Halde produziert, die bislang nicht ausgeliefert werden konnten. Nach zwei Abstürzen von 737-MAX-Maschinen mit insgesamt 346 Toten, für die in erster Linie eine fehlerhafte Steuerungssoftware verantwortlich gemacht wurde, muss das Modell des amerikanischen Flugzeugbauers am Boden bleiben.  

Trotz der nun angekündigten Inspektionen rechnet der Airbus-Rivale weiterhin damit, dass die 737 Max Mitte des Jahres wieder für den Flugbetrieb zugelassen wird.

 ag