BMW i3

100.000 Verkaufte E-Autos BMW wird immer elektrischer

Stand: 19.12.2017, 09:39 Uhr

BMW kommt beim Absatz elektrifizierter Autos voran. Die Verkaufszahlen für 2017 sprechen eine deutliche Sprache. Der Teufel steckt allerdings im Detail.

Insgesamt sechs Hybrid-Modelle und zwei reine Batterieautos vom Typ i3 bieten die Münchener derzeit an. Mit Erfolg, so scheint es, denn am Montag hat Firmenchef Harald Krüger persönlich das 100.000. elektrifizierte Modell an einen Kunden aus Nordrhein-Westfalen übergeben. "An der Elektromobilität messe ich unseren Erfolg", sagte er anlässlich der Übergabe des i3 und sprach von einem Meilenstein.

Genau hinschauen lohnt sich

Was aber steckt genau hinter der E-Flotte der Bayern? Zunächst die beiden reinen batteriebetriebenen Kleinwagenmodelle vom Typ i3 mit einer elektrischen Reichweite von 280 bis 290 Kilometern (ab 37.550 Euro). Brauchbar zumindest für den urbanen Verkehr und am ehesten eine praktikable Alltagsalternative zum Benziner oder Diesel. Und vielleicht ein erster Hinweis, wie die automobile Zukunft zumindest in der Stadt bald aussehen könnte.

Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW

BMW-Chef Harald Krüger. | Bildquelle: Unternehmen

Schwerer wiegen da die insgesamt sechs Plugin-Hybrid-Modelle, vom BMW 2er 225xe iPerformance Activ-Tourer bis zum 134.000 Euro teuren i8 Coupé. Allesamt Benziner, deren elektrische Fahrfreude aber überschaubar ist. Sie liegt bei rund 40 Kilometern, dann muss nachgeladen werden. Man sich also gut überlegen, wohin man rein elektrisch fahren will (und wo und wie lange nachgeladen werden muss).

BMW 225xe

BMW 225xe. | Bildquelle: Unternehmen

Alle anderen technischen Daten der Plugin-Hybrid-Flotte kommen einem dafür umso bekannter vor. So hat der 2er-BMW stolze 224 PS (165 kW), das Spitzenmodell i8 sogar 362 Pferdestärken (266 kW). Ausgewiesen wird für den 2er-Hybrid ein Benzinverbrauch von rund 2,0 Litern auf 100 Kilometern. Ohne die gut 40 Kilometer "weit" tragende elektrische Unterstützung weist der Leitfaden der von der Automobilindustrie getragenen Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) in der günstigen Variante aber einen Verbrauch von 11,8 Litern aus. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen.

Das alles relativiert auch die Umweltbilanz. Denn von den 100.000 elektrifizierten Fahrzeugen aus dem Hause BMW sind bis Ende November 2017 fast 72.000 Hybrid- und 28.000 i3-Fahrzeuge ausgeliefert worden.

Im Aufbruchsmodus

Der zukünftige Weg ist aber unumkehrbar. Der Dax-Konzern will weltweit weitere Stromer auf den Markt bringen, bis zum Jahr 2025 sollen es 25 Modelle sein. Auch die Kunden scheinen mitzuziehen. Wurden 2016 noch weltweit 62.255 Elektro- und Hybridautos verkauft, soll der Absatz 2018 im mittleren prozentual zweistelligen Bereich wachsen.

Fahnen mit Logo vor der BMW-Zentrale in München

BMW-Zentrale in München. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Trotz des hohen E-Wachstums - angesichts von gut 2,36 Millionen verkauften Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und BMW Motorrad im Jahr 2016 ist es wohl noch ein weiter Weg bis BMW ein Umweltkonzern wird. Zumal auch die Infrastruktur für die Stromautos noch im Aufbau ist.

China der größte Markt

Druck für die Weiterentwicklung kommt vor allem aus dem abgasgeplagten Reich der Mitte, bekanntlich dem größten Automarkt der Welt. Dort müssen die Hersteller bereits 2019 zehn Prozent ihrer Fahrzeuge mit Elektromotor verkaufen. Den Markt dominieren zudem heimische Hersteller.Aber BMW ist weiter als die Konkurrenz, nach eigenen Angaben sind bereits zehn Prozent der Neuzulassungen elektrifiziert. Während Konkurrent Mercedes keine Angaben macht, hat Audi zwischen Januar und November 15.000 Plug-in-Hybride verkauft. Negativ bemerkbar machten sich zuletzt bei BMW aber die hohen Kosten für den Ausbau des E-Geschäfts, wie die jüngsten Quartalszahlen des Unternehmens zeigten.

Aktie ohne klaren Trend

An der Börse ist die Euphorie nicht so groß wie bei Firmenchef Krüger. Das BMW-Papier tendiert unter Schwankungen seitwärts und kämpft derzeit darum, eine positive Jahresentwicklung zu erreichen (ohne Berücksichtigung der Dividende von 3,50 Euro). Bei gut behaupteter Eröffnung legt die Aktie am Dienstag im frühen Geschäft leicht zu.

rm

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