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Dieselskandal 2.0? BMW wäscht Hände in Unschuld

Stand: 05.12.2017, 07:28 Uhr

Schwer wiegen die Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe. Der Abmahnverein wirft BMW Diesel-Tricksereien vor. Der Autobauer weist die Vorwürfe zurück.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht nach Untersuchungen an einem 2016 gebauten BMW 320d Anhaltspunkte für eine Abschalteinrichtung. Tests im Straßenbetrieb hätten deutlich höhere Abgaswerte ergeben als im Labor.

Die Software sei offenbar so programmiert, dass die Abgasrückführung bereits ab einer Drehzahl von 2.000 Umdrehungen pro Minute reduziert und ab 3.500 Umdrehungen komplett abgeschaltet wird.

Darüber hatten zuvor die ZDF-Sendung "Wiso" sowie die Tageszeitung "Der Tagesspiegel" berichtet. Die DUH will die Ergebnisse heute in Berlin vorstellen.

"BMW-Diesel sind sauber"

Die Vorwürfe gegen BMW sind brisant, hatte BMW in der Vergangenheit doch stets behauptet, man baue grundsätzlich keine Abschalteinrichtungen ein.

»Wir haben an den Fahrzeugen nicht manipuliert. Wir haben Diesel, die sind sauber. Und die sind die besten dieser Welt. Es gibt kein Defeat Device bei der BMW Group.«

Harald Krüger, BMW-Vorstandschef, auf der IAA im September 2017

Dax-Konzern wehrt sich

Auch die nun von der DUH erhobenen Anschuldigungen weist der Dax-Konzern zurück. "Es gibt bei der BMW Group keinerlei Aktivitäten und technische Vorkehrungen, den Prüfmodus zur Erhebung von Emissionen zu beeinflussen", teilte der Münchner Konzern am Montagabend auf Anfrage mit.

"Grundsätzlich gilt, dass BMW-Fahrzeuge den jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften entsprechen und nicht manipuliert sind."

DUH-Test "nicht aussagekräftig"

Zum Straßentest der Umwelthilfe erklärte das Unternehmen, es nicht für aussagekräftig zu halten, "beliebige Straßentests mit willkürlich gewählten Teilabschnitten eines Rollentests zu vergleichen und daraus plakativ hohe Abweichungsfaktoren zu erheben".

Um valide Vergleiche anstellen zu können, seien deutlich längere Streckenabschnitte sowie eindeutig bestimmbare Randbedingungen nötig.

DUH - Abmahnungen als Einnahmequelle

BMW-Aktionäre reagieren besonnen auf die neuen Vorwürfe: Die Aktie hat im späten Handel auf der Handelsplattform Tradegate am Montagabend gerade einmal 0,4 Prozent im Vergleich zu ihrem Xetra-Schlusskurs nachgegeben.

Bevor Anleger jetzt voller Entsetzen ihre BMW-Aktien auf den Markt werfen, sollten sie zudem bedenken, wer hier klagt. Es die deutsche Umwelthilfe, ein kleiner selbsternannter Ökoverein, in Wahrheit aber eine Lobbygruppe der ganz besonderen Art.

Die Deutsche Umwelthilfe hat weniger als 300 Mitglieder – das Geld kommt also nicht von Mitgliedsbeiträgen. Wichtigste Einnahmequelle der Deutschen Umwelthilfe sind vielmehr Klagen. Kein anderer Verband ist damit so schnell zur Hand wie die DUH, die mit Abmahnungen Millionen verdient. Die Bezeichnung als "Abmahnverein" ist vor diesem Hintergrund durchaus korrekt.

Zurzeit klagt sich die DUH kreuz und quer durch die Republik gegen Städte und Konzerne, um Fahrverbote für Dieselautos durchzusetzen.

ag

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