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Gewinneinbruch und weniger Dividende Rabattschlachten bremsen BMW aus

Stand: 15.03.2019, 11:19 Uhr

Die Konjunkturabkühlung in China und die Umstellung auf die neuen Abgastests in Europa haben BMW 2018 kalt erwischt. Die Münchner verdienten ein Sechstel weniger. Leidtragende sind die Aktionäre.

Wegen des Gewinneinbruchs kürzt BMW die Dividende um 50 Cents. Die Anteilseigner sollen nur noch 3,50 Euro je Stammaktie und 3,52 Euro je Vorzugsaktie bekommen. Für das vorangegangene Jahr waren noch vier Euro je Stammaktie und 4,02 Euro je Vorzugsaktie ausgeschüttet worden.

Ein Sechstel weniger Gewinn

2018 sackte der Gewinn des Premium-Autobauers um fast 17 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro ab. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um fast acht Prozent auf 9,12 Milliarden Euro. Selbst der Umsatz war rückläufig. Er sank um 0,8 Prozent auf 97,5 Milliarden Euro.

Die wichtige operative Rendite im Autogeschäft fiel um zwei Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Damit lag BMW hinter Daimler mit 7,8 Prozent, aber immerhin noch vor Audi mit sechs Prozent.

Umstellung auf neue Abgastests belastet

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Als Grund für den Gewinnrückgang nannte BMW die Marktverwerfungen durch die Einführung der neuen Abgastests WLTP in Europa. Auch die internationalen Handelskonflikte wie den chinesisch-amerikanischen Zollstreit bekamen die Münchner indirekt zu spüren.

Um den Autobauer wieder zurück auf die Erfolgsspur zurückzuführen, will der Vorstand das laufende Sparprogramm deutlich ausweiten. "Die Herausforderungen für die gesamte Industrie nehmen in den nächsten Monaten nicht ab", sagte BMW-Chef Harald Krüger. "Deswegen werden große Kraftanstrengungen in allen Bereichen des Unternehmens erforderlich sein."

Kooperation mit Daimler soll ausgeweitet werden

Zudem forciert BMW seine Kooperation mit Mercedes. Laut einem Medienbericht wollen beide Autobauer nicht nur beim autonomen Fahren und bei Mobilitätsdiensten zusammenarbeiten, sondern auch gemeinsame Plattformen für künftige Automodelle der beiden Marken entwickeln, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Damit könnten die Konzerne jeweils mehr als sieben Milliarden Euro einsparen, hieß es.

Die Aktie von BMW geht am Freitag nach den Zahlen auf Zick-Zack-Kurs. Nachdem der Autotitel zunächst nachgegeben hatte, ist er bis zum Mittag ins Plus gedreht und legt ein Prozent zu. Auf Ein-Jahres-Sicht hat die Stammaktie rund zwölf Prozent verloren.

nb