BMW-Werk in Leipzig

Bestellungen erledigen BMW: Rückkehr zur Normalität?

Stand: 08.06.2020, 12:54 Uhr

Während viele Büroangestellte noch im Homeoffice hocken, läuft bei BMW die Produktion bald wieder im Zwei-Schicht-Betrieb. Dennoch bleibt die Lage schwierig.

So haben die Beschäftigten in den BMW-Werken seit der Wiederaufnahme der Produktion im Mai alle Hände voll zu tun. Weil noch Tausende Bestellungen aus der Zeit vor der Corona-Pause abzuarbeiten sind, sollen die Maschinen jetzt überall wieder anlaufen.

Im Münchener Stammwerk wird bereits voll gearbeitet, die anderen Standorte folgen ab Mitte Juni. Dann soll in allen Automobilwerke wieder im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet werden, berichtet die "Automobilwoche". Dabei gelte es, die vielen Tausend Bestellungen abzuarbeiten, die während des Lockdowns liegen geblieben waren.

Heftiger Einbruch im Mai

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Dennoch machten die Absatzzahlen zuletzt den Eindruck, als ob die Autohersteller, allen voran BMW, derzeit vor allem auf Halde produzieren. Während die Neuzulassungen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts im Mai um 49,5 Prozent auf 168.000 Pkw schrumpften, brach der Absatz von BMW um 62,1 Prozent und von Daimlers Marke Smart sogar um 91,4 Prozent ein.

Leicht über dem Durchschnitt verloren die Marke VW mit einem Minus von 51,5 Prozent und die BMW-Marke Mini mit einem Rückgang von 51 Prozent. Auch im April hatte es einen drastischen Rückgang gegeben.

Tausende Stellen

Der Vorstand verhandelt deshalb mit dem Betriebsrat darüber, wie er ohne betriebsbedingte Kündigungen möglichst bald rund 6.000 der weltweit 126.000 Arbeitsplätze streichen kann. Laut Finanzvorstand Nicolas Peter reichen die bisher getroffenen Entscheidungen nicht aus, um die BMW Group bestmöglich durch diese enorm schwierige Situation zu steuern. Personalchefin Ilka Horstmeier sagte, neben dem Abbau von Zeit- und Urlaubskonten sowie Kurzarbeit "kommen wir nicht umhin, jetzt weitere Maßnahmen zu ergreifen".

BMW rechnet im laufenden zweiten Quartal wie VW und Daimler mit Verlust. Vorstandschef Oliver Zipse hatte bei der Hauptversammlung Mitte Mai gesagt: "Die Prognosen für 2020 sind düster." Betriebsratschef Schoch hat Mitte Mai bereits betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen.

lg