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Warnung vor schwächerem Geschäftsjahr BMW schaltet einen Gang runter

Stand: 25.09.2018, 15:45 Uhr

Aktionäre des Münchener Autokonzerns mussten am Dienstag einen deutlichen Rücksetzer bei der Aktie hinnehmen. BMW tritt wegen des Preiskampfs im Automarkt bei seinem geschäftlichen Ausblick gehörig auf die Bremse.

Um fast fünf Prozent rutscht die BMW-Aktie am Dienstag ab. Auch die Aktien von Daimler, Volkswagen und dem Zulieferer Continental im Dax notieren klar in der Minuszone.

"Moderat" enttäuscht

Bei BMW soll das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) nach eigenen Abgaben "moderat unter dem Vorjahreswert" liegen. Bislang hatten die Münchener erwartet, die 10,7 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern aus dem vergangenen Jahr wieder erreichen zu können. "Moderat" heißt laut BMW, dass man sich nun auf einen Rückgang zwischen fünf und zehn Prozent einstellt.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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70,77
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+2,05%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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144,40
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+1,79%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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50,61
Differenz relativ
+2,66%

Auch die Umsatzerwartungen für das Kernsegment Automobile wurde am Dienstag angepasst. Statt leicht zu steigen, sollen die Erlöse nun leicht zurückgehen. Und die Rendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) in der Autosparte soll nur noch "mindestens sieben Prozent" betragen; bislang war BMW stets von einem branchenüblichen Wert zwischen acht und zehn Prozent ausgegangen.

Preiskampf vor neuer Abgasprüfung

BMW führte eine ganze Reihe an Faktoren an, die die Prognoseanpassung ausgelöst haben. So spürt das Unternehmen nach eigenen Angaben die Auswirkungen des Handelsstreits, der für "eine sich verschärfende Marktsituation und Ungewissheit" sorgten. Zudem habe die Umstellung auf den neuen Abgasprüfzyklus WLTP "auf mehreren europäischen Märkten zu erheblichen Angebotsverwerfungen und einer unerwartet hohen Wettbewerbsintensität" geführt. Die Hersteller hatten also viele Fahrzeuge vor dem Start der neuen Prüfnorm im September mit hohen Rabatten verkauft.

Mit einem schwierigeren Marktumfeld ist BMW nicht alleine. Vor wenigen Monaten hatte bereits Daimler seine Prognose gekippt. Zölle im Handelsstreit zwischen den USA und China, die Auswirkungen der Umstellung auf das realitätsnähere Abgasmessverfahren WLTP und der Diesel-Rückruf belasten das Ergebnis der Pkw-Sparte Mercedes-Benz, so dass die Stuttgarter im laufenden Jahr mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses rechnen. Daimlers Konzern-Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) soll 2018 "leicht" und damit um bis zu zehn Prozent unter den 14,7 Milliarden Euro des Vorjahres liegen. Auch der nach Bosch zweitgrößte deutsche Zulieferer Continental senkte im August zum zweiten Mal binnen weniger Monate sein Gewinnziel, unter anderem wegen lahmender Geschäfte in der Antriebssparte.

Aktie beendet Aufwärtsbewegung

Für die BMW-Aktie dürfte der zarte Aufwärtstrend, den der Titel seit seinem Jahrestief im Juni bei 76,50 Euro eingeschlagen hat, zumindest angeknackst sein. Ende vergangener Woche hatte der Titel noch die Marke von 86 Euro übersprungen, nun notiert er wieder unter der 80-Euro-Marke.

AB