Logo auf der Fassade der BMW-Zentrale in München
Audio

Einigung auf Sparpaket BMW-Mitarbeiter bekommen weniger Geld

Stand: 27.11.2019, 15:28 Uhr

Der Münchner Premiumautobauer hat sich mit den Arbeitnehmern auf ein milliardenschweres Sparpaket verständigt. Die Erfolgsprämie wird deutlich gekürzt. Im Gegenzug verzichtet BMW auf Jobstreichungen.

Nach Daimler und Audi setzt nun auch BMW den Rotstift an. Gut zwölf Milliarden Euro Kosten sollen eingespart werden. Ein Teil davon entfällt auf die Senkung der Personalkosten.

Gewinnbeteiligung sinkt um bis zu 20 Prozent

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71,06
Differenz relativ
-0,15%

BMW hat sich nun mit dem Betriebsrat auf ein Sparpaket geeinigt. Die Kürzungen, über die der neue Konzernchef Oliver Zipse und Betriebsratschef Manfred Schoch die Belegschaft am Mittwoch informierten, sehen unter anderem eine Senkung der Gewinnbeteiligung an die Mitarbeiter in Deutschland um bis zu ein Fünftel vor. Anders als der Ingolstädter Rivale Audi kommt BMW ohne tiefe Einschnitte beim Personal aus.

"Wir haben gemeinsam mit dem Betriebsrat eine solidarische Lösung erzielt. Damit können wir auf drastische Maßnahmen verzichten, die andere gerade ergreifen, um ihre Kosten zu senken", sagte Zipse. Die Höhe der Einsparungen beim Personalaufwand bezifferte er nicht.

Kostensenkungen auch beim Material und Einkauf

Ende September hatte Zipse bereits angekündigt, die Zahl der Leiharbeitskräfte zu verringern und Personal in der Verwaltung abzubauen, indem Verträge nicht verlängert und freiwerdende Stellen nicht wieder besetzt werden. Der weitaus größere Teil der Kostensenkungen entfällt nach Angaben eines Sprechers auf Materialkosten, Einsparungen beim Einkauf für Bereiche außerhalb der Produktion und eine deutliche Verkürzung der Entwicklungsprozesse.

Die Erfolgsprämie an die Mitarbeiter sinkt dadurch, dass die Dividende als eine von mehreren Bezugsgrößen bei der Berechnung herausgenommen wird. Auf Basis der neuen Methode hätten die Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2018 mehr als 80 Prozent der bisherigen Erfolgsbeteiligung erhalten, teilte das Unternehmen mit. Zuletzt zahlte BMW seinen rund 90.000 Mitarbeitern hierzulande je etwas mehr als 9.000 Euro - rund 4.000 Euro mehr als die Kollegen bei Daimler erhielten. Zudem wurden Veränderungen beim Weihnachtsgeld und der Erfolgsbeteiligung von Arbeitsverträgen mit 40 Stunden vorgenommen. Die Regelungen gelten ab 2020.

Mehr Geld für die Altersvorsorge

Der Betriebsrat drang darauf, dass BMW in Form eines dividendenabhängigen Bausteins künftig einen Teil der Altersvorsorge finanziert. Pro Cent der Ausschüttung an die Aktionäre fließen je Mitarbeiter 2,40 Euro in die individuelle Vorsorge. Die Zahlung ist ab einem bestimmten Betrag gedeckelt. Ein solcher Altersbaustein sei einmalig in der Automobilindustrie, sagte Betriebsratschef Schoch.

Die Einigung mit dem Betriebsrat auf ein Sparpaket kommt an der Börse gut an. Die BMW-Aktien legen um 1,3 Prozent zu und zählen zu den größten Dax-Gewinnern. Seit Jahresbeginn haben die BMW-Papiere fünf Prozent zugelegt, schnitten aber etwas schlechter ab als die Titel von Daimler.

nb