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Trotz Gewinnsprung und Rekordividende BMW kann Anleger nicht begeistern

Stand: 08.03.2018, 14:21 Uhr

BMW hat im vergangenen Jahr 26 Prozent mehr verdient und verspricht eine Rekorddividende: Dennoch reagieren die Anleger verhalten, drohen doch die USA mit Strafzöllen auf Autoimporte.

Den am frühen Nachmittag publizierten Zahlen zufolge machte der Überschuss im vergangenen Jahr einen Sprung um 26 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Darin enthalten ist ein positiver Effekt rund um die US-Steuerreform von 977 Millionen Euro.

Ohne die Steuergelder hat BMW im vergangenen Jahr seine Ebit-Marge lediglich halten können, bei 10,0 Prozent. Im Kerngeschäft Automobilbau erreichte die Marge nach zwei rückläufigen Jahren 8,9 Prozent, erneut etwas weniger als Mercedes-Benz mit 9,7 Prozent. Trotzdem können sich die Aktionäre freuen. Sie sollen eine überraschend kräftig um 50 Cent auf 4,02 Euro je Vorzugsaktie und 4,00 Euro pro Stammaktie steigende Dividende erhalten.

Signal der Zuversicht

Dieser Vorschlag sei "ein Signal der Zuversicht", dass der BMW-Konzern seinen Erfolgskurs beibehalten werde, sagte Vorstandschef Harald Krüger. Dabei hat BMW mit 2,09 Millionen verkauften Autos gegenüber der Stammmarke Boden zum Stuttgarter Rivalen Daimler verloren. Der verkaufte rund 200.000 Autos der Marke Mercedes-Benz mehr. Inklusive der Marken Mini und Rolls Royce hat BMW im vergangenen Jahr 2,46 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, 4,1 Prozent mehr als 2016.

BMW ist derzeit dabei, die alternde Angebotspalette mit neuen Modellen umzukrempeln und so wieder Fahrt aufzunehmen. Mit neueren Autos können in aller Regel höhere Preise erzielt werden. Allerdings hinken die Münchner, wie ihre Kollegen aus Stuttgart, den E-Autobauern aus China und den USA hinterher. So hat Tesla im vergangenen Jahr mehr Autos des Models S verkauft wie die beiden deutschen Premiumanbieter.

E-Modell erst ab 2020

Erst ab 2020 will BMW sein elektrisches Mittelklassemidell i4 auf dem Markt bringen, um dem Marktführer Tesla Konkurrenz zu machen. Das Fahrzeug soll in München gebaut werden und mit einer Reichweite von 600 km ausgestattet sein. Als ein Damoklesschwert für die deutschen Autobauer erweisen sich auch die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, auf den Import deutscher Autos in die USA einen Strafzoll von 25 Prozent zu erheben.

BMW hat sein größtes Werk zwar in Spartanburg, South Carolina stehen, doch dort werden ausschließlich die SUV-Modelle produziert. In den USA verkaufte Limousinen müssen größtenteils aus Deutschland importiert werden.

Es kann also nicht überraschen, dass die Anleger trotz des unerwartet kräftigen Anstiegs der Dividende BMW heute mehr oder weniger die kalte Schulter zeigen.

lg

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