BMW 8er Gran Coupé
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Trotz Modelloffensive kein Gewinneinbruch erwartet BMW gibt sich bärenstark

Stand: 21.03.2018, 11:04 Uhr

BMW will den Gewinn im laufenden Jahr trotz neuer Modelle und steigender Ausgaben für die Entwicklung von Elektro-Autos zumindest auf dem Rekordniveau des Vorjahres halten.

Der Münchner Autobauer stellte auf der Bilanzpressekonferenz am Vormittag ein Ergebnis vor Steuern von mindestens 10,66 Milliarden Euro in Aussicht. "Wir haben 2018 große Aufgaben zu schultern, um am Ende des Jahres erneut einen Bestwert beim Ergebnis vor Steuern zu erreichen", sagte Finanzvorstand Nicolas Peter. Das Unternehmen will unter anderem die Vielfalt im Angebot reduzieren und so weiter Kosten sparen.

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Dabei sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) auf rund sieben Milliarden Euro steigen. Bereits 2017 hatte BMW mit 6,1 Milliarden Euro 18 Prozent mehr für autonomes Fahren und die E-Mobilität ausgegeben. Auch in den nächsten beiden Jahren werde die F&E-Quote überdurchschnittlich ausfallen.

Zur Diesel-Debatte äußerte sich der Konzern nur ausweichend. "Unsere Diesel gehören zu den besten der Welt", erklärte BMW-Chef Harald Krüger bei der Präsentation. Gestern hatte die Staatsanwaltschaft München die Zentrale, das Forschungszentrum und ein Werk im österreichischen Steyr wegen des Verdachts der illegalen Manipulation von Abgassystemen durchsucht.

Modelloffensive geht weiter

BMW rechnet im Kerngeschäft Automobilbau mit einem leichten Anstieg bei Absatz und Umsatz, was bei dem Unternehmen bis zu fünf Prozent Plus bedeutet. Antreiben sollen dabei vor allem die neuen Modelle vom volumenstarken SUV X3 sowie des kleineren X2.

BMW X3

BMW X3. | Bildquelle: Imago

BMW X2

BMW X2. | Bildquelle: Unternehmen

"Wir bringen völlig neue Modelle auf die Straße und eine neue Designsprache in die Serie. Das ist das Rezept, um auch die Marke BMW 2020 wieder zur Nummer eins im Segment zu machen", sagte Vorstandschef Krüger. Der Manager hatte jüngst angekündigt, den Rivalen Mercedes-Benz aus dem Daimler-Konzern beim Verkauf von Premium-Autos bis 2020 wieder einfangen zu wollen. Die operative Umsatzrendite (Ebit) im Kerngeschäft Autobau soll weiter zwischen acht und zehn Prozent liegen.

Year of X

In diesem Jahr wird die bereits 2016 gestartete Produktoffensive weiter. Mit dem Marktstart des X2 im März, dem Hochlauf des X3, verteilt auf drei Produktionsstandorte, sowie der neuen Generation des X4 soll 2018 das "Year of X" werden. Einen Vorgeschmack auf die kommenden Modelle hat BMW auf dem Genfer Automobilsalon mit dem Concept M8 Gran Coupé gegeben, dessen Serienversion 2019 zu sehen sein wird.

BMW 8er Gran Coupé

BMW 8er Gran Coupé. | Bildquelle: Unternehmen

BMW X4

BMW X4. | Bildquelle: Unternehmen

Auch in Sachen E-Autos hat das Unternehmen zahlreiche Initiativen gestartet. im Februar wurde mit dem chinesischen Hersteller Great Wall ein "Letter of Intent" für die Gründung eines Joint Ventures zur lokalen Fertigung von vollelektrischen Mini-Modellen in China unterzeichnet. Anfang März wurde bekannt, dass der 2017 auf der IAA vorgestellte BMW i Vision Dynamics als vollelektrischer BMW i4 auf den Markt kommen und im Werk München gefertigt werden wird. Bereits heute produziert die BMW Group an zehn Standorten elektrifizierte Modelle. Der BMW i4 ist nur eins der angekündigten 25 elektrifizierten Modelle, die das Unternhemn bis 2015 auf die Straße bringen will.

BMWi Vision Dynamics. | Bildquelle: Unternehmen

Fast 100 Milliarden Euro Umsatz

BMW hatte bereits vorläufige Zahlen zum abgelaufenen Jahr vorgelegt. Der Umsatz war unter anderem dank des weltweit guten Laufs bei den SUV-Modellen um 4,8 Prozent auf 98,7 Milliarden Euro geklettert. Vor Steuern stieg das Ergebnis auch wegen Sondererträgen sowie dem besseren Abschneiden des chinesischen Joint Ventures um gut zehn Prozent auf 10,66 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinnplus von mehr als einem Viertel auf 8,7 Milliarden Euro - wozu die Senkung der Unternehmenssteuersätze in den USA fast eine Milliarde Euro beitrug.

30 Prozent davon sollen als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Das sind diesmal 4,00 Euro je Aktie. Deshalb erhalten die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten - beide besitzen 46,7 Prozent der Anteile, von BMW in Kürze 1,12 Milliarden Euro.

lg

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