Flugtaxi Skai, Kooperation von Alakai und BMW

Erstes Flugtaxi mit Brennstoffzellenantrieb enthüllt BMW geht in die Luft

Stand: 05.06.2019, 10:21 Uhr

Mit dem Wasserstoff-Auto verfuhr sich BMW. Nun versuchen es die Münchner mit einem Wasserstoff-Flugtaxi - zusammen mit einem US-Startup. Es könnte eines Tages von Hamburg nach München fliegen - ohne Zwischenstopp.

Taxis, die abheben und durch die Luft schweben – diese verrückte Idee von einigen Ingenieuren könnte bald Wirklichkeit werden. Mehrere Unternehmen, darunter Airbus, Boeing, Bosch und Porsche arbeiten an der Entwicklung von Flugtaxis. Mit Lilium und Volocopter gibt es gleich zwei deutsche Start-ups, die das Thema vorantreiben. Als Vorreiter gelten Dubai, Singapur und Los Angeles, wo nach ersten Testflügen kommerzielle Einsätze Anfang der 2020er Jahre erwartet werden.

Bis 400 Liter Wasserstoff im Tank

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Nach Porsche, Daimler und Audi will nun auch BMW in das Flugtaxi-Geschäft einsteigen. Die Münchner setzen dabei auf den Brennstoffzellenantrieb. Zusammen mit der US-Firma Alaka'i Technologies haben sie einen Prototyp entwickelt, der Platz für fünf Passagiere bietet. Die Tanks passen zwischen 200 bis 400 Liter Wasserstoff, was theoretisch für eine Strecke von Hamburg nach München reichen sollte.

Nach Angaben von Alaka'i soll die Höchstgeschwindigkeit bei bis zu 190 km/h liegen. Das ist weniger, als Wettbewerber wie Boeing und Lilium versprechen.

Deutlich leichter als andere Flugtaxis

Das Wasserstoff-Flugtaxi ist deutlich leichter als herkömmliche Flugtaxis. Das liegt an den Batterien. Komprimierter Wasserstoff enthalte 200 Mal mehr Energie als eine gleich schwere Batterie, sagte Alaka'i-Gründer Brian Morrison gegenüber "Spiegel Online".

Wann das Wasserstoff-Flugtaxi abheben kann, steht noch in den Sternen. Noch hat das Gefährt keine Zulassung. Ein Erstflug steht Laut Alaka'i unmittelbar bevor.

Flugtaxi Skai, Kooperation von Alakai und BMW

Flugtaxi Skai. | Bildquelle: Unternehmen

Roland Berger sieht gute Einsatzmöglichkeiten in München

Die Unternehmensberatung Roland Berger sieht großes Potenzial für Flugtaxis auch in Deutschland. 2030 könnten allein in der Region München schon 100 Passagierdrohnen umherschweben. Der Flughafenbetreiber Fraport prüft zusammen mit Volocopter Einsatzmöglichkeiten von Drohnen am Frankfurter Flughafen.

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In der vergangenen Woche hat die Deutsche Telekom zusammen mit der Deutschen Flugsicherung das Gemeinschaftsunternehmen Droniq präsentiert. Die gemeinsam entwickelte Technologie ermöglicht die Ortung der unbemannten Fluggeräte über das Mobilfunknetz über größere Distanzen. Telekom-Chef Tim Höttges rechnet mit einem "exponentiellen Wachstum" beim gewerblichen Einsatz von Drohnen. Aktuell schwirren etwa 500.000 der unbemannten Fluggeräte im deutschen Luftraum herum, davon lediglich 19.000 kommerziell genutzte. Deren Zahl werde Schätzungen zufolge bis 2030 auf mehr als 126.000 steigen.

nb