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Schwache Konjunktur und hohe Rückstellung BMW fährt in die roten Zahlen

Stand: 07.05.2019, 08:39 Uhr

BMW hat in einem ohnehin als schwierig eingeschätzten Jahr einen überaus schwachen Start erwischt. Zu den Problemen auf den Automärkten und hohen Kosten kommt die Rückstellung in Milliardenhöhe für eine mögliche EU-Kartellstrafe. Das sorgt für rote Zahlen in der Autosparte.

Der Konzern weist für die ersten drei Monate im Autogeschäft einen operativen Verlust von 310 Millionen Euro aus, nachdem vor Jahresfrist noch ein positives Betriebsergebnis von 1,88 Milliarden Euro gestanden hatte.

Im Konzern brach das Ergebnis um 78 Prozent auf 589 Millionen Euro ein. Damit war der Rückgang noch höher als von Analysten erwartet. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um knapp ein Prozent auf 22,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente BMW mit 588 Millionen Euro nur noch rund ein Viertel von dem Überschuss aus dem Vorjahreszeitraum.

Rückstellung und Investitionen

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Hauptgrund für den Einbruch ist eine Rückstellung für eine drohende Kartellstrafe der EU in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Die EU-Kommission geht dem Verdacht illegaler Absprachen in der deutschen Automobilindustrie bei der Abgasreinigung nach.

BMW hatte bisher lediglich von einer Milliardenrückstellung gesprochen. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Investitionen um 36 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Daraus ergibt sich in der Autosparte ein negatives Ergebnis.

Negative Ebit-Marge im Autogeschäft

Folglich ist die in der Branche viel beachtete Ebit-Marge in der Autosparte auf minus 1,6 Prozent gesunken, nachdem sie im entsprechenden Vorjahresquartal noch eine Rekordmarke von 9,7 Prozent erreicht hatte.

Dass der Konzern überhaupt noch ein positives Ergebnis erzielt hat, erklärt sich sich durch die guten Zahlen der Finanzsparte. Hier legte das Ebit sogar zu auf 648 Millionen Euro, nach 561 Millionen im Vorjahr.

Ausblick erneut revidiert

BMW stellt auf der
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ARD-Börse: BMW mit vielen Baustellen - Bilanz enttäuscht

Den erst vor wenigen Wochen gesenkten Ausblick schraubte der Vorstand erneut zurück. Demnach rechnet der nach Daimler zweitgrößte Premiumhersteller im Gesamtjahr nun mit einer operativen Rendite von einem 1,5 Prozent - deutlich unter dem ursprünglichen Zielkorridor von sechs bis acht Prozent.

BMW hatte bereits im März hohe Investitionen für das Erreichen der Klimaschutzziele angekündigt, die das Ergebnis schmälerten. Ferner erwartet der Konzern Belastungen durch Wechselkurse und Rohstoffkosten im mittleren bis höheren dreistelligen Millionenbereich.

Die Anleger reagieren enttäuscht. Auf der Plattform Tradegate sinkt die BMW-Aktie um 1,5 Prozent.

lg