BMW X7

Absatzplus dank China BMW fährt aus dem Corona-Loch

Stand: 07.10.2020, 10:43 Uhr

Starke Zahlen in China und Europa haben dem deutschen Autobauer im dritten Quartal ein Absatzplus beschert. Auch die Elektromobilität wächst rasant. Auf einem anderen großen Markt läuft es dagegen überhaupt nicht.

Nachdem die Münchner im zweiten Quartal coronabedingt noch ein Viertel weniger Autos verkauft hatten, lag der Absatz mit 675.680 Autos der Marken BMW und Mini nun um 8,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Im laufenden Jahr liegt BMW allerdings immer noch um 12,5 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2019 zurück.

Die BMW-Papiere legten zum Handelsstart moderat zu. Am Vormittag rutschten sie jedoch leicht ins Minus. An der Börse hatten sich die Autoaktien zuletzt spürbar erholt. Einige Experten sehen wieder bessere Zeiten für zyklische Werte. Durch den Home-Office-Trend könnte eine Verlagerung der Wohnnachfrage von den Städten ins grünere Hinterland stattfinden. Das würde den Bedarf nach einem eigenen Auto wieder erhöhen, heißt es.

Treiber des Wachstums war vor allem ein starkes China-Geschäft, das um 31,1 Prozent auf 230.612 Autos zulegte. Aber auch in Europa konnte BMW mit einem Plus von 7,1 Prozent auf 275.618 Autos gut verkaufen.

US-Automarkt weiter unter Druck

In den USA läuft es dagegen schlecht. 78.634 Autos bedeuten ein Minus von 15,7 Prozent. Mit den Problemen in den Vereinigten Staaten steht BMW allerdings nicht alleine da.

Die Corona-Pandemie belastete den gesamten US-Automarkt im dritten Quartal weiter. Auch bei Volkswagen gab es abermals einen Absatzdämpfer. In den drei Monaten bis Ende September wurden in den USA 86.446 Neuwagen mit dem VW-Logo verkauft, wie das Unternehmen in der vergangenen Woche am US-Hauptsitz in Herndon mitteilte.

Damit wurde VW 7,6 Prozent weniger Fahrzeuge los als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Jahresverlauf gab es einen Verkaufsrückgang um knapp 17 Prozent.

Elektromobilität wächst rasant

Weltweit gesehen legten bei BMW sowohl die Kernmarke als auch die Tochter Mini zu: BMW mit 9,8 Prozent auf 585.336 Autos allerdings stärker. Besonders kräftig wuchs zudem das Geschäft mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden, das ein Plus von 46,6 Prozent verzeichnete. Mit 54.719 Fahrzeugen macht es allerdings weiter nur einen kleinen Teil des BMW-Geschäfts aus.

BMW Concept iX3

BMW Concept iX3. | Bildquelle: Unternehmen

Das soll sich in naher Zukunft ändern. So startet noch in diesem Jahr die Auslieferung des vollelektrischen BMW iX3. 2023 wird das Unternehmen nach eigenen Angaben 25 Modelle anbieten. Bis 2030 plant BMW, mehr als sieben Millionen elektrifizierte Fahrzeuge auf den Straßen rollen zu lassen.

Hoffnung auch bei Daimler

Auch Konkurrent Daimler hatte im dritten Quartal das Corona-Loch dank eines starken China-Geschäfts hinter sich gelassen und die Absatzzahlen des Vorjahreszeitraums den Zahlen vom Dienstag zufolge übertroffen. Die Kernmarke Mercedes-Benz legte im Retail-Geschäft um 3,9 Prozent auf 613.770 Autos zu.

Der Automarkt wird sich nach Einschätzung von Daimler-Chef Ola Källenius im kommenden Jahr vom Einbruch in der Corona-Krise erholen. "Ich erwarte, dass der Markt auf ein normales Niveau auf Jahresbasis zurückkehrt 2021", sagte er am Dienstag.

tb