Formel 1- BMW bremst

Gewinneinbruch und deutlich gekürzte Dividende BMW drückt auf die Bremse

Stand: 12.03.2020, 16:35 Uhr

Hohe Kosten für neue Modelle und Rückstellungen für eine mögliche EU-Kartellstrafe haben BMW 2019 einen Gewinneinbruch eingebrockt. Der Premium-Autobauer kürzt deshalb die Dividende kräftig. Im vierten Quartal lief's wieder besser.

Nach dem schwachen Jahresauftakt konnten die Münchner im Schlussquartal etwas Boden wettmachen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg in den letzten drei Monaten 2019 mit 2,33 Milliarden Euro um knapp ein Drittel. Der Umsatz stieg angesichts eines deutlich gestiegenen Anteils teurer Modelle aus der Oberklasse um fast 20 Prozent auf 29,4 Milliarden Euro.

Zwei Milliarden Euro weniger Gewinn

Der starke Endspurt konnte aber die trübe Jahresbilanz nicht mehr retten. Unterm Strich verdiente BMW 2019 nur 5,02 Milliarden Euro. Das sind 29 Prozent weniger als im Vorjahr. Hohe Vorleistungen für neue Technik und Modelle drückten den Gewinn. Hinzu kam eine 1,4 Milliarden Euro teure Rückstellung für eine mögliche EU-Kartellstrafe aus dem Frühjahr.

Wegen des Gewinneinbruchs schüttet BMW weniger Dividende aus. Aktionäre sollen nur 2,50 Euro je Stammaktie erhalten. Vor einem Jahr hatte es noch 3,50 Euro gegeben.

Einen kleinen Lichtblick gab's in Sachen Rendite. Die operative Marge im Kerngeschäft Automobilbau verbesserte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. Im Autogeschäft erwirtschaftete BMW im Gesamtjahr eine Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 4,9 Prozent. Der Vorstand hatte eine Spanne von 4,5 bis 6,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Rentabler als Daimler

BMW schlug damit besser als der Rivale Daimler. Bei den Stuttgartern war der Nettogewinn 2019 um zwei Drittel auf 2,7 Milliarden Euro eingebrochen - auch wegen der Folgen des Dieselskandals. Im Pkw-Geschäft erwirtschaftete Daimler eine Umsatzrendite von 3,6 Prozent.

Vorstandschef Oliver Zipse zeigte sich am Donnerstag optimistisch: Die Profitabilität habe von Quartal zu Quartal zugelegt, jetzt habe BMW "die richtigen Produkte auf der Straße". Einen Ausblick für das laufende Jahr will er am 18. März auf der Bilanzpressekonferenz in München geben.

Die am Nachmittag überraschend präsentierten vorläufigen Zahlen ließen die Anleger relativ kalt. Die BMW-Aktien verharrten tief im Minus.

BMW bekommt zudem einen neuen Entwicklungsvorstand. Klaus Fröhlich wird zum 1. Juli von BMW-Manager Frank Weber abgelöst.

nb