BMW Zentrale vor düsterem Wolkenhimmel

Jubiläums-Hauptversammlung BMW-Chef verteidigt Dividendenzahlung

Stand: 14.05.2020, 15:01 Uhr

Zum 100. Mal lud BMW seine Aktionäre zum alljährlichen gemeinsamen Treffen ein – dieses Jahr aber rein virtuell. In Feierlaune dürfte kaum einer gewesen sein, denn auch BMW leidet unter der Krise.

Oliver Zipse, BMW

Oliver Zipse, BMW. | Bildquelle: picture alliance/Tobias Hase/dpa

Mit einer Sache machte der Fahrzeugbauer schon vor seiner Hauptversammlung auf sich aufmerksam – der Dividendenpolitik. Während der Bundesfinanz- und -wirtschaftsminister fordern, dass Konzerne, die Staatshilfe erhalten, die Dividendenzahlung aussetzen, beharren vor allem die Automobilhersteller wie BMW darauf, ihren Aktionären die Dividende auszuzahlen. So war es keine Überraschung, dass Konzernchef Oliver Zipse am Donnerstag auf der virtuellen Hauptversammlung seine Meinung verteidigte. "Ihr Unternehmen handelt zuverlässig - auch in der Dividendenpolitik." Für das abgelaufene Geschäftsjahr will BMW seinen Aktionären von 5,0 Milliarden Euro Gewinn 1,6 Milliarden Euro ausschütten.

Kritik auch von Aktionärsschützern

Nicht nur die Politik kritisiert ein solches Vorgehen, auch Aktionärsschützer sehen die Auszahlung einer Dividende in der aktuellen Situation kritisch. "Es stellt sich die Frage, ob selbst eine solche Ausschüttung gerechtfertigt ist, nachdem im Jahr 2020 wohl kein Gewinn erzielt werden kann, die Autoindustrie und auch BMW vom Staat eine Kaufprämie für neuproduzierte PKW fordert und immerhin 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit sind. Muss man in dieser Situation nicht eher sein Pulver trocken halten?", fragte DSW-Vizepräsidentin Daniela Bergdolt anlässlich der Hauptversammlung.

"Prognosen für 2020 düster"

Formel 1- BMW bremst

BMW fährt Produktion mit angezogener Bremse wieder hoch. | Bildquelle: (c) dpa - Report

Zipse machte den Aktionären klar, dass 2020 für BMW kein Glanzjahr werde. "Die Prognosen für 2020 sind düster." Im April sei der weltweite Verkauf um 41 Prozent abgestürzt. In China liege er zwar 14 Prozent über Vorjahr, aber in den USA, Großbritannien und Italien werde sich die Nachfrage nur sehr langsam erholen. Die Werke in China und den USA liefen wieder, am Montag habe Dingolfing die Arbeit wieder aufgenommen, nächsten Montag sollen weitere Werke folgen. "Aber zunächst fahren wir im Ein-Schicht-Betrieb. Zwei Schichten machen erst Sinn, wenn die Nachfrage wieder spürbar anziehen würde."

Forderungen an Politik

Der BMW-Chef plädierte für ein "Konjunkturpaket für die gesamte Wirtschaft", ohne die Forderung nach einer Kaufprämie zu wiederholen. Er betonte aber, die Autoindustrie "trägt die gesamte Volkswirtschaft". Sie sei der größte Steuerzahler und stehe für 830.000 Arbeitsplätze. Je schneller sie in Gang komme, "desto eher erholen sich Konjunktur und Arbeitsmarkt".

Aktie mit deutlichen Verlusten

Der BMW-Titel fiel im Verlauf des Jubiläumstages immer weiter ab. Zeitweise war der Kurs rund fünf Prozent ins Minus gerutscht. Seit Jahresbeginn verbilligte sich das Papier um rund 37 Prozent.

ms/dpa-AFX

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