BMW-Werk in Leipzig

Trotz Verlusten im zweiten Quartal BMW: Erste Zeichen von Zuversicht

Stand: 05.08.2020, 09:16 Uhr

BMW ist im zweiten Quartal wegen Produktions- und Verkaufsstopps wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Doch Vorstandschef Oliver Zipse erkennt Licht am Ende des Tunnels.

"Wir blicken mit vorsichtiger Zuversicht auf das zweite Halbjahr", erklärte Zipse bei der Vorlage der Geschäftszahlen am Morgen. Absatzeinbrüche und teils monatelange Produktionsstopps in der Corona-Krise sorgten dafür, dass der Autobauer unter dem Strich einen Quartalsverlust von 212 Millionen Euro einfuhr. Ein Jahr zuvor hatte er noch 1,48 Milliarden Euro Gewinn gemacht.

Vor Zinsen und Steuern summierte sich der zwischen April und Juni angehäufte Verlust auf 1,55 Milliarden Euro. Daraus resultiert eine Ebit-Marge von minus 10,4 Prozent. Dass der Konzernverlust vor Zinsen und Steuern bei 666 Millionen Euro lag, erklärt sich durch interne Verrechnungen.

25 Prozent weniger Autos verkauft

Oliver Zipse, BMW

Oliver Zipse, BMW. | Bildquelle: picture alliance/Tobias Hase/dpa

Der Konzernumsatz brach im Quartal um 22,3 Prozent auf 19,97 Milliarden Euro ein. Der Autobauer hatte bereits mitgeteilt, dass im abgelaufenen Quartal ein Viertel weniger Autos verkauft wurden als im Vorjahreszeitraum. Angesichts monatelanger Werks- und Händlerschließungen in aller Welt ist die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge von April bis Juni um 25,3 Prozent auf rund 485.000 eingebrochen.

BMW ist nicht der einzige Autobauer, der durch die coronabedingten Schließungen hohe Verluste geschrieben hat. Daimler und Volkswagen sowie die meisten ausländischen Konkurrenten vermeldeten für das zweite Quartal ebenfalls hohe Verluste.

Juli-Absatzzahlen deutlich über Vorjahr

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dennoch bleibt BMW auf das erste Halbjahr gerechnet in den schwarzen Zahlen. Der Konzernüberschuss nach sechs Monaten liegt bei 362 Millionen Euro. Daimler und Volkswagen dagegen haben in diesem Zeitraum eine negative Rendite erwirtschaftet.

Das Schlimmste scheint in der Autoindustrie inzwischen überwunden zu sein. So ziehen die Verkäufe in China, dem weltwichtigsten Absatzmarkt, wieder an. Und auch in Europa und den USA haben sich die Geschäfte nach dem Ende des Lockdowns wieder belebt. Im Juli lägen die konzernweiten Absatzzahlen deutlich über dem Vorjahresniveau, sagte Zipse. Dennoch ist nicht mit einer V-förmigen Erholung zu rechnen.

Schwarze Null im Gesamtjahr angepeilt

Zipse bekräftigte die Erwartung, dass das Vorsteuerergebnis des Konzerns im Gesamtjahr zwar deutlich zurückgehen wird, doch die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) im Autogeschäft dürfte zwischen null und drei Prozent liegen, also im Bereich einer "schwarzen Null".

Der Anpassungsdruck bleibt trotzdem hoch. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, kürzt BMW dieses Jahr seine Investitionen um ein Drittel auf unter vier Milliarden Euro. Darüber hinaus will der Konzern 6.000 Jobs abbauen.

Die BMW-Aktie ist im morgendlichen Xetra-Handel unter Druck geraten. Mit Verlusten von bis zu drei Prozent war sie der schwächste Wert im Dax.

lg